Archiv für April, 2012


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re:publica 2012 – Einmal alles!

Nächste Woche findet in Berlin die größte Bloggerkonferenz ever statt: Die re:publica 12. Obwohl eigentlich fast niemand mehr bloggt, sondern alle nur noch auf G+, Facebook, twitter und anderen walled Gardens rumposen, wagen sich etwa 4.000 sogenannte Internetblogger_innen vom 2. bis 4. Mai 2012 in die STATION-Berlin.

Die mittlerweile sechtse re:publica verlässt dieses Jahr zum ersten Mal die heiligen und arg lieb gewonnenen Hallen der Kalkscheune und wagt sich auf’s große Parkett. Mit acht Bühnen, zehn Themensträngen, 99 Mehrfachsteckdosen und über 200 Stunden Programm übertrifft sie alles je da gewesene – meine Vorfreude könnte größer kaum sein.

Es fällt mir gerade schwer, Favoriten aus der großen Fülle der Sessions heraus zu picken; ich empfehle euch, das Programm schon vor Anreise gründlich anzuschauen und auszuwählen. Meine beiden persönlichen Highlights liegen auf der Hand:

Bundesweites Treffen der Iron Blogger

Die Iron Blogger Berlin trinken live ihre Bierkasse leer. Wenn ihr zuschauen oder selber Iron Blogger werden oder gar eigene Sektion gründen möchtet, dann kommt am Donnerstag, 3. Mai um 21 Uhr in die re:fill-Bar. Der Eintritt in die Bar (die jeden Abend mit schniekem Musik- und Trinkprogramm aufwartet) ist frei und auch ohne re:publica-Ticket möglich.

Wikimedia Deutschland – Freies Wissen auf der rp12

Wikimedia Deutschland hat erstmals einen eigenen Stand und eigene Sessions bei der re:publica:

Themen rund um Wikipedia und die Schwesterprojekte der freien Enzyklopädie stehen im Fokus. Warum benötigt Wikipedia mehr weibliche Autoren? Wo liegen die Chancen und Probleme freier Inhalte im Bildungsbereich? Was ist relevant für die Enzyklopädie? Wäre Wikipedia auch ohne Internet möglich?
Am Mittwoch starten wir mit einer Einführung in Wikimedias neuestes Projekt: Wikidata, die freie Wissensdatenbank. Der Donnerstag steht im Zeichen der richtigen Weiternutzung freier Inhalte. Am Freitag werden viele Blicke auf die praktische Arbeit der Menschen hinter Wikipedia geworfen.

Das ausführliche Programm gibt es hier als PDF zum downloaden und ausdrucken. Und weil das so hübsch geworden ist, hier ein kleiner Teaser:

Wikimedia Deutschland bei der #rp12

Am Mittwoch mittag bin ich gemeinsam mit meinem Kollegen Herrn Sooth und dem Bürgermeister von Wennigsen sogar mit einer eigenen Session dabei: Global Wissen Sharen, lokal handeln. Was du vor Ort für das Netz tun kannst und die Wikimedia dir dabei helfen kann.

Wem das immer noch nicht genug Grund zur Vorfreude ist, die schaue sich das Mobilisierungsvideo mit Markus und Geraldine an:

Oha, und außerdem: Soooo lang nicht mehr gesehene Freundinnen und Freude machen rüber nach Berlin, das gibt ein großes Hallo! Bis Mittwoch, see you in ACT!ON.

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#rp12-Ticket abzugeben

Ich bin auf einmal doch als Speakerin auf der re:publica und kann deswegen mein Ticket in gute Hände abgeben. Ist ein Earlybird-Blogger-Ticket für 60 Euro. Interesse? Dann Mail an mich oder hier einen Kommentar hinterlassen.

Update: Ticket sold. \o/

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Iron Blogger Berlin trinken live bei der re:publica

re:publica 12

Meet us in action @ re:publica 12

Wenn ihr aufmerksam die letzten Ergebnislisten der Berliner Iron Blogger studiert habt, ist es euch sicher aufgefallen: Die Bierkasse muss dringend wieder geleert werden! 240 Euro warten darauf, in Bier umgesetzt zu werden.

Bei der re:publica (2.-4. Mai 2012, Station Berlin) ist es endlich soweit: Das zweite Treffen der Berliner Iron Blogger wird zugleich auch das erste bundesweite Treffen sein. Wir laden die Ruhrpott-Blogger und die Freiburger ebenso ein, ihre Kassen auf der großen Bloggerkonferenz gemeinsam mit uns zu leeren.

Wir treffen uns am 3. Mai um 21 Uhr in der re:fill-bar auf dem #rp12-Gelände der Station Berlin. Die Bar ist am Abend auch für Bloggerinnen und Blogger ohne re:publica-Ticket zugänglich und hat bis 1:00 Uhr geöffnet. Kommt und trinkt zahlreich!

Und wenn ihr Lust habt, einem der bestehenden Teams beizutreten oder gar eine eigene Sektion zu gründen: Tut das! Mitgliedsanträge können nach Aufsagen der Regeln vor Ort ausgefüllt werden.

Crossposting von drüben. Alle Fragen gerne dort in den Kommentaren oder per Mail an Michelle Thorne und mich unter ironbloggerberlin@gmail.com.

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Nur hier kann ich machen, was ich möchte

Sascha Lobo hat in seiner Mensch-Maschine-Kolumne einen tollen Beitrag zu einem meiner Lieblingsthemen geschrieben: Euer Internet ist nur geborgt. Das Thema ist uns theoretisch allen bewusst, aber irgendwie ist das doch alles so bequem und alle anderen machen es ja auch so.

Eigentlich ist es eine Banalität und sollte gar nicht mehr erwähnt werden müssen: Daten auf sozialen Netzwerken müssen unter allen Umständen so behandelt werden, als könnten sie jederzeit verloren gehen. Denn sie können jederzeit verloren gehen.

Macht ihr regelmäßig Backups eurer Tweets, FB-Dingse oder Plusse und Bilder? Sind eure Posts auch schon mal von höherer Instanz „zensiert“ worden? Hat sich nicht auch einer eurer Lieblingsdienste vor kurzem irgendeinen Privacyfail erlaubt oder hat sich vom großen Bruder kaufen lassen?

Aber wer auf seine digitale Freiheit Wert legt, für den bleibt – solange freie Social Networks wie Diaspora noch irrelevant sind – nur das schönste, aber anstrengendste Instrument für die soziale Vernetzung und das Teilen von Inhalten übrig: die selbst kontrollierte Website, also das Blog.

Bloggen! In meinem Beitrag Meine Texte sind meine Texte komme ich ebenfalls zu dem Schluss, dass das beste Social Network mein eigenes Blog ist. Und dass ich eigentlich jeden noch so kleinen Beitrag – sei es ein Link, ein Zitat, ein Foto oder ein sonstiger Schnipsel – hier für alle digitale Ewigkeit festhalten sollte. Denn nur hier kann ich wirklich das machen, was ich möchte.

Ärgerlicherweise bedeutet das auch, dass man machen muss, was man möchte. Und dauernd möchten zu müssen ist recht energieaufwendig.

Ähäm. Und wie. Allein den harten Iron-Blogger-Regeln und dem damit einhergehenden sozialen Druck zum Dank schaffe ich es, immerhin einen Blogpost pro Woche zu veröffentlichen. Und während ich hier schon wieder viel zu lange über diesem klitzekleinen Beitrag sitze, schreiben andere in der gleichen Zeit mal eben quick & dirty das halbe Internet voll. Aber gut, ich arbeite daran und übe weiter.

Jetzt noch zwei schöne Abschlusszitate, eins von Sascha:

Bürger zu Bloggern, das Blog ist die digitale Stimme des Einzelnen.

und eins von Kosmar:

Bloggen ist sowas von 2012!

Bring it on!

Nachtrag: Gerade im Guardian gelesen: Tim Berners-Lee: demand your data from Google and Facebook – Exclusive: world wide web inventor says personal data held online could be used to usher in new era of personalised services. Er bringt noch ein paar weitere wichtige Aspekte ins Spiel:

He said web users needed to be more conscious that websites that seemed to be permanent fixtures of the online world could disappear within a few years. “Whatever social site, wherever you put your data, you should make sure that you can get it back and get it back in a standard form. And in fact if I were you I would do that regularly, just like you back up your computer … maybe our grandchildren depending on which website we use may or may not be able to see our photos.”

Berners-Lee said he was concerned by the rise of so-called “native apps” such as those produced for the iPhone and iPad because they were not searchable. “Every time somebody puts a magazine on a phone now and doesn’t put it on to a web app [a form of open software] you know we lose a whole lot of information to the general public discourse – I can’t link to it, so I can’t tweet it, I can’t discuss it, I can’t like it, I can’t hate it.”

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Nachklapp und Backup: Die Eltern in Berlin

Ihr kennt das. Die Eltern waren am Osterwochenende zu Besuch in Berlin. Wie vor zwei Jahren schon hatte ich andere Betroffene um Tipps für elternkompatible Unternehmungen gebeten. Im Piratepad Berlin mit Eltern wurden innerhalb weniger Tage viele weitere Tipps hinzugefügt bzw. aktualisiert.

Damit die Inhalte erhalten bleiben und nicht – wie im alten Pad – irgendwann im Datennirvana verschwinden, kopiere ich sie nochmal hierher. Ganz unten gibt es auch noch einen Kurzbericht vom gemeinsamen Wochenende.

Danke an alle, die mitgeholfen haben. Bitte an alle Berlinbesucherbetreuer_innen: Bedient euch und sagt’s euren Selbsthilfegruppen weiter!

Allgemeine Tipps

  • Nicht das vorzeigen, was man selbst spannend findet. Die Eltern finden interessante Stadtteile rätselhaft und schmutzig (“Sind wir schon da?”, “Hier wollen Leute wohnen?”), exotische Restaurants anstrengend (“Gibt es das Sushi auch ohne rohen Fisch?”) und können auch bei gutem Willen nicht alles nachvollziehen, was das Kind schätzt (“dieser FILM war so schwer zu verstehen”). Außerdem sollen ihre Freunde und Nachbarn ja später auch verstehen, was sie erzählt bekommen (“Reichstag”). Es läuft besser, wenn man alles willenlos mitmacht, was sie selbst vorschlagen, und sich höchstens bei der Wahl des Cafés für danach einmischt. Und gebt es zu, außer zur re:publica wart ihr doch alle noch nie im Friedrichstadtpalast! (Man kann daraus vermutlich lernen, dass wir alle gern das sehen wollen, was unseren Erwartungen entspricht, und nicht das eigentlich Neue und Interessante.)
  • Was dem Berlinbewohner wie ein Katzensprung mit der U-Bahn erscheint, ist für Eltern aus kleineren Orten eine Weltreise. Als Berlinbewohner blendet man die Fahrtdauer und die Hässlichkeit der Strecke irgendwie aus, aber Touristen bemerken beides und werden sich darüber beschweren. Lieber so planen, dass alle Ziele einigermaßen nah zusammen liegen und/oder den Eltern Fahrräder ausleihen. (Letzteres ging bisher gut über Callabike, 15 Euro pro Rad und Tag, aber seit die auf feste Fahrradstationen umgestellt haben, funktioniert es nicht mehr so.)
  • Die Möglichkeit zum Mittagsschlaf wird geschätzt; am besten vormittags Unternehmungen in Reichweite der Schlafstatt. Sonst sind sie abends müde und quengelig.
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antischokke bei den WWW-Girls der Mädchenmannschaft

Ich habe der Mädchenmannschaft in der Reihe WWW-Girls ein paar Fragen über antischokke, das Internet im Allgemeinen und meine Bloggerei im Besonderen beantwortet. Ausschnitt:

Was dir ohne Internet nicht passiert wäre:
Ohne Internet? Mein jetziges Leben wäre mir nicht passiert. Meine Diplomarbeit, Berlin, mein Job, meine Wohnung, viele meiner Freundinnen und Freunde. Die Frage hätte ich vor einigen Jahren vielleicht differenziert beantworten können. Dazu gibt es einen treffenden Text des polnischen Dichters Piotr Czerski, Wir, die Netz-Kinder: “Für uns ist das Internet keine externe Erweiterung unserer Wirklichkeit, sondern ein Teil von ihr: eine unsichtbare, aber jederzeit präsente Schicht, die mit der körperlichen Umgebung verflochten ist. Wir benutzen das Internet nicht, wir leben darin und damit.”

Wovon braucht das Internet mehr:
Mehr Leute, die das Internet verstehen und die selber Coden lernen; die Demut vor der Offenheit und Dezentralität des Netzes haben und es in seinen Grundstrukturen und -freiheiten erhalten wollen. Und: Mehr Menschen, die Ironie erkennen können (vgl. eternal-September-artige Zustände auf Google+).

Frauen im Web…
…sollten an Wikipedia mitschreiben. Überhaupt: Sie sollten viele sein, und lauter und mutiger. Und weniger wehleidig.

Alle Antworten gibt es hier: Eisenhartes Bloggen. Danke!

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Liebe Kostenloskulturellen.

Mit meinem Anwalt
habe ich diese ganzen offenen Briefe überflogen
und sehe mich daher genötigt,
sofort ein Gedicht zu schreiben.

Ihre Haltung ganz allgemein
ist ebenso unerquicklich wie unglaubwürdig
und hinterlässt mich daher
hoffnungsvoll.

Ganz offensichtlich
verstehe nur ich,
wie wir die Probleme
im Internet lösen können.

Aus der Wikipedia
sollte jeder wissen,
dass Ihre Position großartig ist.

Somit hoffe ich,
dass mein Gedicht
diese Diskussion endlich verlängert.

(Ich konnte nicht mehr schweigen.)

Hergestellt mit dem Offene-Briefe-Generator von Wortfeld, der sogar grassifizieren kann. Idee abgeschaut bei tristessedeluxe.

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