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Creative Commons veröffentlicht neues Tool zur Lizenzwahl

Endlich! Gestern hat Creative Commons ein neues Tool zum Auswählen der passenden Lizenz veröffentlicht. Neu ist dabei zum einen, dass der Auswahlprozess jetzt übersichtlich und bedienerinnenfreundlich auf einer Seite statt auf mehreren abläuft und Änderungen direkt (per Javascript, wenn mich nicht alles täuscht) angezeigt werden. Zum anderen sieht man bei Auswahl auf einen Blick, ob man sich für eine Freie Lizenz oder eine unfreie entschieden hat. So sieht das aus (noch unfertig, wie man am Sprachmischmasch sehen kann):

 

Wie Leonhard Dobusch drüben auf netzpolitik.org schon schreibt, ist dies wohl ein erster Schritt hin zur stärkeren Empfehlung von wirklich Freien Lizenzen (wie CC-BY und CC-BY-SA). Vor den restriktiveren Lizenzmodulen wie NonCommercial oder NonDerivatives wird zwar noch nicht in ausreichendem Maße gewarnt, aber immerhin gibt es jetzt einen deutlichen Hinweis auf deren Unfreiheit. Schön!

Kurze Hintergrundinfo dazu, was eigentlich das Problem ist: Creative Commons schreibt sich auf die Fahnen, freie Lizenzen anzubieten und zu fördern. Das tun sie auch, nur sind eben nicht alle Lizenzbausteine im Baukasten frei. Der Baustein NonCommercial verbietet jegliche kommerzielle Nutzung des Werkes, NoDerivates schließt jegliche Weiterbearbeitung aus. Meinem Verständnis nach schränken diese beiden Bausteine die Freiheiten des (Weiter-)Nutzenden massiv ein und verhindern so sehr, sehr viele sinnvolle und wunderbare Weiternutzungsmöglichkeiten. Wer tiefer ins Thema einsteigen möchte, der empfehle ich die Lektüre der Wikimedia-Broschüren zu Freien Lizenzen (PDF) und zu den Risiken und Nebenwirkungen von NC-Lizenzen (PDF). Ein paar Informationen zu den NC-Überlegungen von Creative Commons selber in zwei alten Blogbeiträgen zum CC-Summit in Warschau von Leonhard und mir.

Update: Jetzt auch am Blog von Creative Commons: New Creative Commons License Chooser.

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5 Kommentare zu “Creative Commons veröffentlicht neues Tool zur Lizenzwahl”

  1. ben_ am 25. Jul. 2012 um 09:59

    Äh … also … ich störe da ja nur ungerne. Aber.

    1.) Warum kann ich das „by“ nicht loswerden?

    2.) Formulare die gemischt in Englisch und Deutsch gehalten sind, haben glaube ich nicht das Prädikat „bedienerinnenfreundlich“ gemacht und eigenen sich auch nicht gerade, sie weiterzuverlinken. Das ist für eine Institution wie CC schon eher peinlich. Ich meine … auf dem Formular ist fast nichts drauf … warum bekommt man das nicht richtig lokalisiert?

    3.) “ This is a Free Culture License! “ Sehr schön! Aber was mag es nur heißen …
    Da einfach auf ein fremdes Wiki zu verlinken, von dem selbst der geneigte User keine Ahnung hat, was es sein soll, und warum ist da lande finde ich auch wenig vertrauenserweckend.

    4.) Ich hab mich tatsächlich sogar die letzten Tage mal in das Thema „Lizenzen“ eingelesen und bin ganz schrecklich abgeschreckt. Bei aller Liebe und allem guten Willen … aber das ist kaum jemandem zuzumuten. Die einzig wirklich verständliche (und daher auch ‚übersichtlich und bedienerinnenfreundlich‘) Lizenz, die ich gefunden habe ist die WTFPL.

  2. nicole am 25. Jul. 2012 um 17:06

    Deine Störungen sind doch stets willkommen, lieber ben_.

    1.) Das BY loszuwerden ist in der Tat nicht so trivial, vor allem nicht im kontinentaleuropäischen Urheberrecht. Hier ist der Urheber unwiderruflich mit seine Werk „verbunden“, auch wenn er alle Nutzungsrecht abgibt. Deswegen ist eine Referenzierung auf diesen Urheber immer notwendig. Dem entgehen kann man mit der CC0/Public Domain auch diese Recht komplett aufgeben, aber im deutschen Recht haben diese Modelle, afaik, keinen Bestand.

    2.) Siehe oben im Text „noch unfertig, wie man am Sprachmischmasch sehen kann“… Trotzdem unschön, so schwierig kann das ja wohl nicht sein, ging ja vorher auch.

    3.) Argh, ja, das ist schlimm. Das „Freedom Defined“-Wiki ist zwar inhaltlich vorne mit dabei und die Leute dahinter – Erik Möller und Benjamin Mako Hill z.B. – sind meiner Meinung nach vertrauenswürdig (kann man aber als Außenstehender schwer beurteilen). Allerdings ist es veraltet und nicht besonders nutzerfreundlich gestaltet und geschrieben. Leider ist es bisher noch immer fast die einzige Quelle, auf die sich im Rahmen der Lizenzdebatte bezogen wird, durch CC und oft auch durch Wikimedia. Im deutschsprachigen gibt es jetzt immerhin o.g. Broschüren. Klarer Fall von jemand müsste mal…

    4.) Auch da gebe ich dir prinzipiell Recht. Allerdings ist das meiner Meinung nach nicht die „Schuld“ der Lizenzen, sondern des so komplexen und komplizierten und nicht mehr zeitgemäßen Urheberrechtes bzw. Copyrights. Die Lizenzen bauen alle auf diesem Recht auf und erben damit seine Komplexität. (Danke für den Link zur WTFPL, die kannte ich noch nicht!)

  3. n¦tropie am 25. Jul. 2012 um 17:36

    @ben_: naja, die WTFPL ist eine nur so semilustig klingende Abwandlung der MIT-Lizenz, daher verstehe ich ihre Notwendigkeit nicht. Das „by“ kannst du in Deutschland und Europa nie loswerden, Ende Gelände.

    Das Problem, das ich mit Lizenzen wie der WTFPL habe, ist das fehlende Copyleft. Ich mag Copyleft. Warum dufte Alle-dürfen-alles-Lizenzen nicht immer hilfreich sind, erklärt Richard Stallman in Was ist Copyleft? und in Pragmatischer Idealismus:

    „es erlaubt auch unkooperativen Leuten, das Programm in proprietäre Software zu wandeln. […] Menschen, die das Programm in dieser modifizierten Form erhalten, haben nicht die Freiheit, die der ursprüngliche Autor beabsichtigte; der Mittelsmann hat sie genommen.“

    „Die GNU GPL ist nicht der nette Junge von nebenan. Sie sagt Nein zu einigen Dingen, die einige Menschen manchmal machen wollen.“

    Deinen Punkten 2 und 3 stimme ich von ganzem Herzen zu. Wenn sich all die gut gemeinten Projekte doch nur mehr von Jony Ive oder Workflowy abschauen würden.

  4. Results for week beginning 2012-07-23 « Iron Blogger Berlin am 30. Jul. 2012 um 15:06

    […] Creative Commons veröffentlicht neues Tool zur Lizenzwahl […]

  5. Wochenrückblick KW30/2012 » koblow.com am 24. Aug. 2012 um 19:10

    […] Creative Commons hat ein neues Tool rausgehauen, mit dem man ganz leicht die CC-Lizenz für seine kreativen Werke erstellen und verändern kann. (via antischokke.de) […]

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