Archiv der Kategorie: 'antischokke'


Unter: antischokke, No Future     17 Kommentare     

Meine Texte sind meine Texte

Gestern habe ich den 13. Polyneux-Podcast gehört, in dem unter anderen der werte Herr ntropie und weitere Blogveteranen über Bloggen damals und heute sprechen. Ganz hörenswert, und wie ntropie schon sagt, da können wir „Iron Blogger“ noch was lernen.

Auch wenn Blogs irgendwie total tot scheinen, sagt er vorsichtig ein Blog-Revival voraus. Bloggen sei viel entspannter als das ganze Social-Media-Gedöns, man müsse niemandem followen oder entfollowen, keiner sei beleidigt („liest du meine Tweets nicht?!“) wenn man mal nicht die gesamte Timeline mitliest.

Die Abkehr von Social Networks?

Ganz so drastisch würde ich das nicht formulieren, aber was mein Blog wirklich allen externen Diensten voraushat: Meine Texte sind meine Texte. Wir sehen das ja immer wieder: Dienste machen dicht und nehmen unsere Inhalte mit ins Nirvana. Twitter wird die Einführung einer Zensurinfrastruktur vorgeworfenGoogle ändert seine Privacyeinstellungen, auf Facebook sind wir eigentlich nur noch, damit die Leute, für die Facebook „das Internet“ ist (so wie damals AOL), mitbekommen, was uns bewegt. Nix neues, klar. Beschäftigt mich aber immer wieder.

Das beste Social Network ist mein Blog, mit meiner Blogroll, mit Trackbacks und mit den Kommentator_innen. Schon die wenigen Posts, die ich in den letzten eisernen Wochen geschrieben habe, geben mir so viel mehr als das, was ich auf  twitter erlebe. Mir schreiben sogar Leute Mails, dass sie einen der Artikel toll fanden. Oder rufen an. Oder sprechen sogar mit mir darüber! Also, jetzt nicht massenhaft, dafür ist hier ja noch zu wenig los, aber mich freut jeder einzelne.

Mein Blog ist mein Blog ist mein Blog.

Der Trend geht zurück zu persönlichen Blogs? Macht spreeblick gerade vor, und kosmar ist auch wieder am Start (sogar mit Podcast!). Kraftfuttermischwerk und Mogreens haben für einen Tag ihre Blogs getauscht, und hatten anscheinend einen Heidenspaß dabei.

Im Grunde wäre es nur konsequent, hier einfach alles zu posten, also alle noch so kleinen Fundstücke wie Fotos, Videos, Links oder Textschnipsel, die normalerweise in meiner Soup oder sonstwo landen. Aber das fühlt sich komisch an. Irgendwie so: Dafür ist mir mein Blog zu schade.

Was mache ich? Hier alles rein? Erstmal das Blog ausbauen mit eigenen („anspruchsvollen“) Inhalten? Und dann später nach und nach anderes einstreuen? Klar, es gibt die Extreme Iron Blogger wie Southpark und Ben, aber hier, icke, fang ja gerade erst wieder an und suche nach der richtigen Mischung zwischen inhaltlichem Anspruch und Spaß, der mich gerade bewegt.  Wie macht ihr das? Wie machen WIR das? Discuss!

 

Noch was mit Internet: Die Digitale Gesellschaft hat ein Neue Broschüre: Wie das Internet funktioniert herausgebracht. Könnt ihr ausdrucken und verteilen, an die Eltern oder Nachbarn oder Abgeordneten in eurer Nähe.

Und: Ask not what the Internet can do for you, ask what you can do for the Internet.

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Iron Blogger Berlin bei Radio Trackback

Gestern waren @barbnerdy und ich zum Thema Iron Blogger Berlin beim werten Herrn Marcus Richter und seiner Radiosendung TRACKBACK. Diesmal nicht am Telefon oder per Vorabaufzeichnung, sondern live vor Ort im Studio in Potsdam. Hier, hören:

TRB 262: Bloggermädchen, Iron Blogger, Handydaten, Megaupload, Zolinsagt

Wir sind ab Minute 17:15 dran, ich empfehle aber die ganze Sendung, gibt noch mehr tolle Themen, z.B. die Funkzellenabfrage in Berlin und die Hochnahme von Megaupload.

Auch wenn der Weg raus nach Potsdam fast eine Stunde dauert: Die Fahrt hat sich gelohnt, das Interview war lustig. Selber im Studio zu sein klingt auf jeden Fall besser und ich war viel entspannter als bei einem Telefoninterview oder einer Aufzeichnung. Ich hätte mir noch ein paar Minütchen mehr Sendezeit gewünscht, um z.B. Michelle und Marcus Props zu geben. Was ich noch sagen konnte: „Wir brauchen noch ein Logo!“ Letztens hat mal jemand im Fernsehen gesagt, man könnte einfach auf twitter nach nem Logo fragen und so Designer aus Berlin würden das dann machen. Hat bisher bei uns nicht geklappt, vielleicht diesmal?!

Außerdem war das eine super Gelegenheit, die fabelhafte @barbnerdy mal näher kennen zu lernen. Denn wie viele der Iron Blogger Gang kannten wir uns zwar vorher „vom Sehen“ (wie das in Berlin halt so is), aber hatten nie viel Kontakt. Schön!

Hier sind übrigens die Ergebnisse der vergangenen Woche, Läuft gut, wir sind jetzt 23 und haben 55 Tacken in der Kasse. Im Februar treffen wir uns das erste Mal. Stay tuned!

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Wie alles anfing.

Mit Computern und Internet hatte ich früher nix zu tun. Also fast nix. Immerhin hatte mein Lieblingsbruder einen C64 und später einen Amiga 500 (in worten: füffzichtrillioben, sagt Domi). Da haben wir stundenlang gezockt, ich am liebsten Giana Sisters, Boulder Dash, Mafia und Henry’s House. Und ich hab mal aus so nem Heftchen Code abgeschrieben, der dann Text (war das da auch „Hallo Welt“?) auf den Bildschirm geschrieben hat. Große Freude! An der Schule gab es eine Informatik-AG, aber da waren nur so Jungs drin, mit denen wir von der Raucherecke nix zu tun hatten. Und für Mädchen war das sowieso schon mal gar nix. Tatsächlich war ich damals eher das, was man gemeinhin „technologiefeindlich“ nennt. Neumodisches Zeug, Überwachung, alles böse, braucht kein Mensch.

1996-1999

1996. Nach dem Abi habe ich eine Ausbildung zur Bürokaufrau gemacht. Echt. Wunschstudium war wegen NC erst später möglich, und die Null-Bock-Phase hielt mich von größeren Sprüngen ab. „So eine kaufmännische Ausbildung ist doch auch was handfestes, Mädchen!“ Beim Vorstellungsgespräch hat mein Chef gesagt: „OK, du kannst hier anfangen. Aber nur, wenn du dich in die ganzen Computerdinge einarbeitest.“ Klar, mach ich. Die meisten Programme liefen da noch im Terminal. Was mit „Kermit“. Meine erste Tabelle in WordPerfect. Erstmal verstehen, dass der Cursor immer nur da blinken kann, wo man entweder mit Space oder Tab oder Enter hintastet. Klar, Schreibmaschinenkurs hatte ich immerhin gemacht, macht man halt so aufm Land. Pflichtprogramm, wie Tanzkurs.

VHS- und IHK-Kurse in Excel, Access, PowerPoint, Visual Basic, SQL. Was da alles möglich war. Excel und Access haben mich total fasziniert. Das alles. Wow! Wieso erst jetzt? Dann Internet. T-Online. Ich an einem der beiden einzigen Rechner im Büro, die Internet und E-Mail konnten. Dann die Frau von meinem Chef: „Nicole, kennst du eigentlich GMX?“ „Nee.“ „Da kannst du VON JEDEM BELIEBIGEN Computer deine E-Mails abrufen. Egal wo du bist. Mach dir da mal ein Konto!“ Gemacht. Und direkt noch eins bei Compuserve. E-Mails zuhause auf dem ersten eigenen Tchibo-Computer vorgeschrieben, auf Diskette gezogen, im Büro dann verschickt. Empfangene Mails ausgedruckt und mit nach Hause genommen. Machen manche heute immer noch so.

Zuhause bekamen wir 1997 oder 98 Internet. Die Eltern waren im Urlaub und hatten mir 150 Mark Haushaltsgeld dagelassen. Die habe ich umgehend in ein 56k-Modem umgesetzt. Und die sturmfreie Bude genutzt, um stundenlang in EdenCity rumzuchatten.

1999. Nach der Ausbildung dann unser komplette Waren-, Bestell-, Rechnungs- und Mahnwesen auf MS-Access umgestellt. Icke. Bisschen mutig von meinem Chef. Hat aber funktioniert. 2000 hat mein Chef mir angeboten, dass ich eine mehrjährige Weiterbildung bei der IHK zur Sysadmina oder sowas mache. Tolle Aussicht! Aber ich musste da raus. In meinem Abi-Jahrbuch steht bei mir unter „Zukunft“ nur ein Wort: „Köln“. Das musste ich jetzt machen. Ansonsten würde ich in der Provinz versauern. Ich wollte unbedingt was mit Computern und Wirtschaft machen, aber Wirtschaftsinformatik oder European Business Studies passten mir nicht (zu viel Mathe, zu viele Kasper).

2000-2005

2000. Ok, zurück auf Start. Einfach das machen, was ich nach dem Abi schon vorhatte: Übersetzen und Dolmetschen studieren, in Köln. Vokabelmäuschen. Schnell gemerkt, dass das doch nicht geht für mich. Dann durch meinen Bruder (Arbeitsagenturen und Studienberater waren damals noch nicht so auf Zack) den Studiengang Informationswirtschaft an der FH Köln entdeckt. Das isses!! Wieso hat mir davon nie jemand erzählt?!

2002. Erstes Semester. Damals noch mit den Bibliothekaren zusammen. Elektronische Datenverarbeitung. Peripheriegeräte. „Gehen Sie mal mit der Maus hoch.“ (Hebt die Maus an.) „Hm, passiert ja garnix.“ Oder, Typ so „Wie isn das, haben denn Flachbildmonitore auch eine Bildröhre?“. Facepalm gab’s damals noch nicht. SQL haben wir da noch an der Tafel gelernt. Immerhin nix mit Bollerwagen. Das Studium war im Grunde toll. Wirtschaften nicht mit Äpfeln sondern mit immateriellen Gütern. Informationsparadoxon. Wissensmanagement. Thesauri. Urheberrecht. Nur fehlte mir damals noch der Bezug zur Wirklichkeit. Zu meiner Wirklichkeit. Nie war die Rede von Kollaboration, Web 2.0, Blogs, Wikis. Portale waren das Big Thing. Unser Jobprofil war eher in Beratungsfirmen, Handelsunternehmen und Recherchediensten angesiedelt. Alles nicht uninteressant, aber es hat noch nicht „Klick“ gemacht.

2005-2006

Klick machte es 2005. Gerade habe ich die beiden Economist-Artikel wieder aus meinen Uni-Ordnern rausgekramt, die Schuld sind an meinem weiteren Lebensweg: Digital Dilemmas und A fine balance. Damals hat unsere Dozentin sie für uns aus der Printausgabe kopiert, jetzt finde ich sie mit einem Klick im www. Digital Dilemmas beginnt mit der Declaration of the Independence of Cyberspace von John Perry Barlow. In A fine balance ist die Rede von einem gewissen Lawrence Lessig, der das Copyright reformieren möchte.

With the help of governments, big entertainment companies are trying to “control everything that we know”, Mr Barlow says. “The fight about this will, in my view, determine the future of humanity.” Lawrence Lessig, a Stanford professor who is also a leading commentator on the internet, is almost equally apocalyptic: “The existing dinosaurs are succeeding in stifling the creativity inherent in this new medium.”

Ich war von den Socken. Endlich ergab das ganze einen Sinn. Die beiden Namen habe ich recherchiert und landete unter anderem bei der EFF und – na? – bei Creative Commons. Ich las über die beiden Kämpfer für ein freies Internet, die der Vorzüge der neuen Technologien huldigen und deren sozialen Auswirkungen auf unsere Gesellschaft begrüßen. Habe unzählige Links an meine Lerngruppe geschickt. „Ey, kuckt mal hier, ist das nicht unfassbar genial!?“ „Wow, das hier hab ich auch noch gefunden, das ist der Burner!“ (weiß nicht, ob es Burner damals schon gab, denkt euch einfach was zeitgemäßeres). Keine Reaktion. Doch nicht so aufregend? Doch! In Creative Commons habe ich mich eingelesen und reinverliebt. Endlich etwas, was mein Studium mit meiner Einstellung zu Lebensentwürfen und -ansichten verbindet. Freie Lizenzen, Kreativität, Kultur, und die Menschen dahinter. Die so überzeugt von ihrer Sache waren und sind, dass sie mich mit ihrer Begeisterung mitrissen. Für eine bessere Welt.

2006 stand fest: Ich schreibe meine Diplomarbeit über Creative Commons Lizenzen. Damals kannte das in meinem erweiterten Umfeld noch keiner. Auch keiner meiner Professoren. Wie es weitergeht, und wem ich das, was ich jetzt mache und lebe zu verdanken habe, schreibe ich im nächsten Blogpost.

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Iron Blogger_innen rocken los!

Jaja, das wird wieder so ein Metapost, aber ich hab heute Geburtstag und kann mir das erlauben.

Ich bin ganz begeistert, wie toll sich unsere „Iron Blogger_innen Berlin“-Aktion macht. Mittlerweile sind wir 21 Leute; nicht alle aus Berlin, aber zum Trinken kommen ja eh alle immer gerne hier her. Wir haben ein Blog angelegt, damit eure RSS-Reader hier nicht mit den ganzen Auswertungsposts vollgespammt werden: http://ironbloggerberlin.com/.

Besonders erfreulich: Das Skript läuft jetzt! Damit werden alle teilnehmenden Blogs abgegrast und es wird automatisch ein Blogpost mit allen Beiträgen inkl. dem Bierkassenstand erstellt. Ein Hach auf Twitter und das Internet: @moellus hat den mir bis dahin völlig unbekannten @chaosblog angestiftet, mitzumachen, und der hat sich dann die Mühe gemacht, das undokumentierte Skript zu studieren und für uns in liebevoller Kleinstarbeit anzupassen. Jipieeh! Morgen gibt’s also die ersten automatisch erstellen Ergebnisse.

Der Iron-Blogger-Beitrag, der in der letzten Woche wohl die meiste Aufmerksamkeit bekommen hat, war der von Tillmann: Kein Alkohol. Die ersten 14 Tage. Er beschreibt darin, dass er für eine Zeit lang keinen Alkohol mehr trinken wird und mit welchen inneren und äußeren Eindrücken er so konfrontiert wird. Der Post wurde vom Bildblog verlinkt und zog so eine Menge Leser_innen an, die sonst nicht zu Tillmanns Publikum gehören. Interessante Reaktionen, vor allem von Totalabstinentlern, die überhaupt nicht verstehen, wie man aus der No-Alcohol-Sache so ein großes Ding machen kann.

Außerdem wurde unsere Aktion von der Mädchenmannschaft mit einem freudigen „Prost!“ begrüßt.

Und noch in eigener Sache: Danke für die ganzen Kommentare und eure Anteilnahme zum meinem Artikel über die Tafel der Demokratie! Darüber zu schreiben hat mich ein bisschen Überwindung gekostet, aber die Reaktionen (Hallo Mama!) haben mir auch gezeigt, das sowas unbedingt öffentlich gemacht werden muss. Ich war damit auf Rivva und sogar „zu Gast“ beim „Wir müssen reden“-Podcast von Michi und Max: Die beiden haben ja damals aus meiner Verhandlung live-getwittert und die ganze Story quasi hautnah miterlebt. In ihrer Sendung haben sie die Geschichte nacherzählt und ich habe im IRC-Channel noch ein paar Ergänzungen und Korrekturen anbringen können. Auch da wieder: Danke, Internet.

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Liftoff: Iron Blogger Berlin!

Vor gut einer Woche haben Michelle und ich angekündigt, uns durch die Aktion „Iron Blogger Berlin“ endlich zum regelmäßigen Bloggen zu überreden. Die Resonanz war toll und wir haben mittlerweile 11 12 Haupt- und Ex-Hauptstädter_innen an Bord.

Iron Blogging geht so: Pro Woche muss jede_r mindestens einen Blogbeitrag schreiben. Wer nicht schreibt, zahlt 5 Euro in die Bierkasse und wenn die voll ist, gehen wir zusammen raus, um das Geld in Bier zu reinvestieren. Unsere Woche geht von Sonntag bis Samstag. Genauer nachlesen kann man Regeln und alles bei Mako, bei dem wir uns die ganze Sache abgekuckt haben.

Tadaaah, die Iron Blogger Berlin:

Das mit dem automatischen Skript, welches die Blogs überwacht und direkt auch den jeweiligen Bierkassen-Saldo anzeigt, haben wir noch nicht hinbekommen. Wir machen das erstmal händisch und warten noch auf technischen Support.

Falls sich noch weitere Bloggerinnen und Blogger trauen, die Herausforderung anzunehmen: „Bewerben“ könnt ihr euch hier in den Kommentaren, per Mail, twitter, whatebber you like.

Ich freu mich drauf und bin immer noch guter Dinge, dass ich NICHT diejenige sein werde, die den anderen ihren Suff finanziert. :)

Update:

Es gibt jetzt ein eigenes Blog für die Ergebnisse der Aktion, damit wir unsere eigenen Blogs nicht mit so Meta-Zeugs belasten.

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Unter: Aktion, antischokke     38 Kommentare     

Ich werde Iron Bloggerin. Echt jetzt!

Mit meinem Jacken-Twin und Ex-Office-Buddy Michelle habe ich oft über die Wiederbelebung meines Blogs gesprochen, wir hatten immer wieder hübsche Ideen – jetzt, endlich, diesmal wirklich, echt jetzt! – regelmäßiger zu schreiben. Leider ohne Erfolg. Das Blog hier liegt größtenteils brach. Was ich zu sagen und teilen habe, landet auf twitter und Google+, meine leckere soup fülle ich konstant mit Fundstücken aus aller Welt, im Wikimedia-Blog schreibe ich, was ich außerhalb meiner Freizeit so mache, Facebook bekommt auch einiges ab, aber ich finde nicht wirklich die Muße, mich liebevoll um dieses Schätzchen hier zu kümmern. Die Vorteile eines eigenen Blogs sind mir dabei durchaus bewusst, aber das Posten in den fremden Netzwerken ist leider so bequem, und alle anderen sind auch da und lesen mit undsoweiterundsofort.

Iron Angel by BURИBLUE on Flickr (CC-BY-NC-SA)

Foto: Iron Angel by BurnBlue / CC BY NC SA 2.0


Jetzt starte ich einen neuen Versuch. Michelle hat mich heute auf die „Iron Blogger„-Aktion von Mako aufmerksam gemacht, und ich hab sofort „Fuck Yeah!!1“ gesagt. Jetzt suchen wir Berliner_innen (oder solche, die Lust auf regelmäßige Berlinbesuche haben), die mitmachen! Die Regeln sind ganz einfach:

  • Blogge mindestens einmal die Woche.
  • Wenn du nicht bloggst, zahle 5 € in die gemeinsame Bierkasse (!).
  • Wenn genug Geld zusammen ist, gehen wir alle gemeinsam aus und verjubeln das Geld für Bier.

Und warum das Ganze? Klar:

Because you should blog more.

Because there’s no motivation like peer pressure.

Because doing things for beer is never a bad idea.

Michelle und ich werden eine bisschen rumgeeken und das Skript für unsere schnuckelige Aktion aufsetzen. Damit werden dann wöchentlich alle „people who posted“, „people who failed“ und der „Beer Pool“ gelistet. Öffentlicher Pranger FTW!

Der Blogbeitrag hier und der drüben von Michelle „Iron Blogger Berlin“ markieren den Start, und ich bin zuversichtlich, dass es funktioniert. Außerdem will ich die Aktion zum Anlass nehmen, endlich mal mein Blogdesign zu überarbeiten, das is ja noch voll Nuller Jahre. Und jetzt kommt ihr. Macht ihr mit?

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Unter: antischokke, Ausflüge     10 Kommentare     

Huch! Die Eltern kommen nach Berlin.

Letztes Jahr im September waren meine Eltern zu Besuch in Berlin und stellten mich zum wiederholten Mal vor die Herausforderung, das gemeinsame Wochenende „ansprechend“ zu gestalten. Mit dieser Aufgabe hatten sich mein erweitertes Umfeld und ich schon mehrfach herumgeschlagen und kurzerhand rief ich per Twitter dazu auf, das Piratepad „Eltern in Berlin“ (http://piratepad.net/berlinmiteltern) als zentrale Sammelstelle mit Tipps zur Eltern-Kind-Bespaßung jeglicher Art zu füllen. Dieses Pad steht jeder zur Bearbeitung und Ergänzung offen, ein sehr niedrigschwelliger und eleganter Weg der kollaborativen Zusammenarbeit im Netz. Mein Aufruf:

Huch, die Eltern kommen zu Besuch nach Berlin! Kennt ihr auch oder? Was unternehmt ihr? Wie gestaltet man dieses Aufeinandertreffen für beide Seiten so entspannt wie möglich? Was zeigt ihr euren Eltern? Wo schickt ihr sie hin?

Ich suche Bespaßungsoptionen und Beschäftigungsmaßnahmen. Helft mir!

Ich möchte hier alle möglichen und unmöglichen Tipps sammeln, jeder kann eigene Ideen hinzufügen und sich beim nächsten Elternbesuch an den Vorschlägen anderer bereichern. Danke!

Zielgruppe sind Eltern ab 60 Jahre, kein überteuertes oder zu exklusixes Gedöns, eher bodenständig-bürgerlich.

Das hat grandios funktioniert! Innerhalb weniger Stunden und Tage haben sich duzende Personen beteiligt und hunderte Tipps gesammelt; das Pad wird weiterhin genutzt und ergänzt. Auch toll: Es gab bisher keinen Vandalismus! Da die Bearbeitung im Pad größtenteils anonym erfolgte, kann man nicht erkennen, von wem die jeweiligen Einträge verfasst wurden. Herzallerliebst sind z.B. Hinweise wie „auf ordentliche Socken achten!“, in „Chartlottenburg soll viel los sein in der Ü60-Generation“, „Rollberg is aber gefährlichererer!!!“, Superprotipps und „Nein!-Doch!-Dialoge“.

Damit das Pad nicht mal einem Datenbankcrash zum Opfer fällt, spiegele ich hier die Version von Anfang 2011 und werde sie in unregelmäßigen Abständen aktualisieren. Die Tipps sind ungeordnet, sie erscheinen hier einfach in der Reihenfolge ihrer Eintragungen. Wer sich als MitarbeiterIn outen möchte, nur zu! Ganz großen Dank jedenfalls an alle, die mitgemacht haben, berichten und Weiteres beisteuern.

Klar ist: Das Pad gehört nicht mir, sondern euch allen (CC-BY, freier ging nicht)! Ergänzungen und eigene Berichte sind weiterhin mehr als herzlich willkommen, im Pad und gerne auch hier in den Kommentaren. Und jetzt viel Erfolg, ob mit oder ohne Eltern! Total viele Sachen eignen sich nämlich auch für Besuche ohne die Familie :)

Eins noch: Für die frühmorgendlichen Ausflüge war es in meinem Fall ausreichend, das Piratepad auszudrucken und die Eltern damit alleine loszuschicken, bis ich ausgeschlafen hatte.

Sogenannte Sehenswürdigkeiten und Museen

  • Fernsehturm Alexanderplatz, inkl. Besuch im drehenden Restaurant http://www.tv-turm.de/ (Protipp: VORHER Tickets kaufen = keine Schlange), Superprotipp: nachts!!!
  • Rotes Rathaus
  • Marx/Engels-Denkmal (in der Nähe des Roten Rathauses, Richtung Nikolaiviertel)
  • Tour mit dem 100er Bus durch vom Alex zum Zoo. 200er macht auch eine Rundfahrt.
  • Schifffahrt, Dampferfahrt, Spree- oder Brückentour. – Wo legt man am besten ab? Welche Reederei? – Stern & Kreis oder Riedel. Am besten die nächst gelegenste Station heraussuchen; z.T. fahren sie aber auch nur an einer ab. Riedel u. Stern & Kreis fahren beide von Jannowitzbrücke ab. Direkt am S-Bahnhof und zumindest bei Stern & Kreis mit Strandbar-Imitat. (Naja, reicht, dass die Eltern in der Provinz dann erzählen können, „mir wared in son’ner Schrdandbaar!“) – Es gibt kurze (ca. einstündige) und längere Touren. Brückentour mit Riedel ist empfehlenswert (Spree->Landwehr->Spree), aber lang.
  • Eine individuelle Bootstour mit einem Wassertaxi http://spreecab.de/
  • Berliner Dom, inkl. Führung – http://www.berlinerdom.de/
  • Hackesche Höfe, Kontrast zwischen alt (Neurotitan, Eschloraque) und neu
  • Gedächtniskirche
  • Zitadelle Spandau http://www.zitadelle-spandau.de/
  • Grunewald: Grunewaldturm, Pfaueninsel
  • Kuhdamm & Tauenzien (is ja für West-Eltern noch immer das Zentrum Berlins)
  • Funkturm
  • KaDeWe – ganz klar: die Spezialitätenabteilung; aber nur gucken! – Nein, auch essen!
  • Bierpinsel http://de.wikipedia.org/wiki/Bierpinsel
  • Reichstag, of course. – Kuppel: Vorher abchecken, da sie ein paar Mal im Jahr für eine Woche zwecks Fensterreinigung zumachen. Empfehlung: abends so 21:15 da sein. Ist leer und man hat eine Blick über das erleuchtete Berlin. Um 22 Uhr machen sie zu.
  • Naturkundemuseum – http://www.naturkundemuseum-berlin.de/
  • Nikolaiviertel („is ja so schön mit den alten Häuschen…“), Absteigen im Georgbräu
  • Biosphäre Potsdam und dann eine Planwagenfahrt durch Potsdam, Schloß Sanssouci
  • Eigener Arbeitsplatz/Coworkingspace/W-Lan-Café (kuck ma, hier arbeite ich!)
  • Friedrichshainer Künstler/Mode-Szene
  • Pergamon-Museum (mit Markttor von Milet etc.) bzw. für nur ein paar Euro mehr gleich Tagestickets für die ganze Museumsinsel (wichtig: am Tag vorher kaufen mit Timeslot, dann direkt an den Schlangen vorbei)
  • […]

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