Archiv der Kategorie: 'Creative Commons'


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FM4 über 10 Jahre Creative Commons

Anlässlich des Geburtstages meiner Lieblingslizenzen hat mich Robert Glashüttner von FM4 (Österreich!) zu Creative Commons interviewt. Das Interview gibt es leider nicht als Podcast, aber es ist ein begleitender Text entstanden: 10 Jahre Creative Commons. Auszug:

Das beste und wichtigste Beispiel dafür ist das Online-Lexikon Wikipedia – immerhin die sechstwichtigste Site im gesamten Web. Alle Texte und Multimedia-Daten unterliegen dort Creative-Commons-Lizenzen. Für Nicole Ebber, die bei der Wikimedia Deutschland e. V. arbeitet und über Creative Commons diplomiert hat, ist die Beziehung zwischen Wikipedia und Creative Commons ein Geben und Nehmen.

“Bei der Wikipedia wissen die Leute: Da kann ich die Inhalte frei verwenden, und diese stehen eben unter einer Creative-Commons-Lizenz. Sie sind das entsprechende Werkzeug, um diese Freiheit zu artikulieren. Das ist ein partnerschaftliches Ding: Wikipedia trägt mit seiner Bekanntheit dazu bei, dass CC bekannter wird, und CC vereinfacht die Nutzung von Wikipedia-Inhalten.”

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taz-Interview zu 10 Jahren Creative Commons

Frédéric Valin hat mich letzte Woche anlässlich des Creative-Commons-Geburtstages für die taz interviewt: „Nicole Ebber zu Creative Commons – Es gibt keinen Ideenklau“. Das Gespräch habe ich als CC-Fan und -Unterstützerin geführt, innerhalb von CC-Deutschland habe ich keinen offiziellen Posten. Freundlicherweise darf ich den Text hier übernehmen, er unterliegt allerdings dem regulären Urheberrecht und ist nicht – wie die anderen Texte auf antischokke.de – CC-lizenziert.

Foto: We got stickers by David Kindler via Flickr (CC-BY)

Nicole Ebber ist Projektmanagerin Internationales bei Wikimedia Deutschland e.V. und hat ihre Diplomarbeit über Creative Commons geschrieben, wo sie nach wie vor aktives Mitglied der Community ist.

Unter welchen Bedingungen dürfen Blogger Fotos von anderen veröffentlichen? Solche Fragen machen die Creative-Commons-Lizenzen einfacher – seit zehn Jahren.

taz: Zehn Jahre Creative Commons – herzlichen Glückwunsch!

Nicole Ebber: Vielen Dank. Ich nehm das mal stellvertretend entgegen für die Community. Bei Creative Commons Deutschland ist das ja so, dass es mit Markus Beckedahl und John Weitzmann zwei Köpfe gibt, die die Arbeit koordinieren, und die Community die ganzen Entwürfe diskutiert und entwickelt. International ist das nochmal eine ganze Ecke größer.

Ende des Jahres sollte die Version 4.0 kommen…

Ja, das wurde verschoben. Wir diskutieren noch einzelne Veränderungen, da sind noch ein paar Details zu klären. Insgesamt geht es darum, die Lizenzbausteine verständlicher zu machen, das heißt noch deutlicher zu kommunizieren, was man machen muss, um beispielsweise so ein Foto in seinem Blog zu veröffentlichen. Außerdem geht’s auch um Vereinbarkeit mit anderen freien Lizenzen. Es gab sogar den Vorschlag, eine einzige, einheitliche Lizenz weltweit zu entwickeln.

Klingt ambitioniert.

(lacht) Was CC will, ist, eine Reform des Urheberrechtes anzustoßen. Und das geht besser mit einer globalen Idee als Ziel. Wir arbeiten jetzt international daran, die Lizenzen global einheitlicher zu machen.

Weil?

Weil es offener ist. Wir haben einen sehr offenen Kulturbegriff. Ein Stichwort, das Lawrence Lessig, sozusagen der Gründervater der CC-Lizenzen, immer wieder benutzt ist Remix-Kultur. Das heißt auch: Es gibt keinen Ideenklau, nur Ideenteilung. Die Lizenzen tragen dem Rechnung, aber auch dem Selbstbestimmungsrecht des Künstlers; und da muss man einen Ausgleich finden. Momentan ist die non-commercial-Lizenz in der Community sehr umstritten. Die besagt, dass man ein Werk nur zu nichtkommerziellen Zwecken und unter Namensnennung weiterverwenden darf. Das ist keine echte freie Lizenz, weil man sehr viele Möglichkeiten unterbindet. Es wird sogar gefordert, dass NC komplett aus dem Baukasten gestrichen werden soll.

Derzeit gibt es sechs verschiedene Lizenzen. Vieles, was unter CC lizensiert wird, ist es gar nicht. Es kam auch immer wieder zu Abmahnungen, weil Bilder nicht richtig gekennzeichnet wurden oder der Name des Fotografen nicht mit auftauchte. Ist CC für den Alltagsgebrauch zu kompliziert?

Das Urheberrecht an sich ist kompliziert. CC versucht, eine gewisse Rechtssicherheit zu schaffen: Da steht unter jedem Symbol, was man machen darf und muss, worauf man achten muss. Ein gewisses Maß an Medienkompetenz bei Urheber und Nutzer muss man allerdings voraussetzen dürfen.

In Frankreich wird mit der Musikverwertungsgesellschaft SACEM kooperiert und erlaubt es den Musikern, auch unter CC zu veröffentlichen. Die Gema lehnt das nach wie vor ab.

CC kommt aus einer angloamerikanischen Tradition, da steht das Werk im Vordergrund. Die Gema denkt weniger werkbasiert, sondern sieht eher den Gesamtkünstler. Obendrein ist es so, dass die Gema zwar den Anspruch hat, alle Musiker zu vertreten, den Fokus aber auf die Main Acts legt, und für die meisten kommt CC nicht in Frage. Es gibt zwar immer mal wieder Gespräche, aber es kommt nichts dabei raus.

Die BBC plant, ihr komplettes Filmarchiv unter CC zu stellen – in Deutschland hat der NDR da die Vorreiterschaft übernommen. Gibt’s da Pläne, weitere öffentlich-rechtliche Inhalte zugänglich zu machen?

Es gibt vereinzelt Projekte, aber nichts Durchschlagendes. Das Ganze ist ein langer und zäher Prozess. Dabei läge es nahe zu sagen: Die Sachen sind eh schon von der Öffentlichkeit bezahlt, also geben wir das ihr auch frei.

Und was kommt die nächsten zehn Jahre?

(lacht) Klar wird an den Basics gearbeitet. Einfachere Anwendung, leichtere Verständlichkeit, technische Verbesserungen. Ein Bereich, der jetzt im Kommen ist, ist die Bildung. Allein was Lehrer und Schüler momentan alles zu beachten haben, wenn sie nicht gegen das Urheberrecht verstoßen wollen: Da türmen sich enorme Schwierigkeiten auf. Es gibt erste Initiativen in die Richtung, zum Beispiel den Schulbuchomat. Wir haben lange am kreativen Feld gearbeitet, jetzt wird es ein bisschen ernster, seriöser. Die Daten in Museen und Archiven sind eh öffentlich finanziert, da beginnt man auch sich die Frage zu stellen, wie man das dem Publikum zugänglicher macht.

Ernster, seriöser – klingt ja total erwachsen.

Ach was. Reifer reicht erstmal.

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10 Jahre Creative Commons: Programm- und Bierupdate

Wie angekündigt wird Creative Commons im Dezember zehn Jahre alt und in Berlin am kommenden Samstag (8.12.2012) ausgiebig gefeiert. Im Homebase-Club am Alex startet das Programm um 20 Uhr mit Kurzvorträgen und Interviews, anschließend legen Kraftfuttermischwerk und Walter Marinelli (Blogrebellen) Creative-Commons-lizenzierte Musik auf.

  • Was ist Creative Commons? John Weitzmann über Geschichte und Organisationsstruktur
  • Leonhard Dobusch über “Unnützes (historisches) Wissen” aus der Entstehung
  • Till Jaeger über “Wie kamen die Lizenzen nach Deutschland?”
  • Pavel Richter, Vorstand von Wikimedia Deutschland, über die Nutzung von CC durch die Wikipedia-Community
  • Julia Kloiber über OpenData
  • Cecilia Palmer über Mode
  • Christine Watty (DRadio/ Breitband) über Kuration von CC-Musik und Nutzung im Radio
  • Philip Steffan über Maker-Culture
  • Constanze Kurz über Open Access
  • Thorsten Schilling über den Einsatz von CC bei der Bundeszentrale für politische Bildung
  • Mario Sixtus über den Elektrischen Reporter beim ZDF
  • Henrik Moltke über CC in Dänemark und die Dokumentation “Good Copy, bad Copy”
  • Michelle Thorne über CC-Einsatz bei Mozilla
  • Markus Heidmeier über Offene Bildungsmaterialien

Freies Bier wie in Freibier und eine große Torte wurden bereits angekündigt. Neben Zeit.de und Wikimedia Deutschland suchen die Veranstalter noch weitere Sponsoren; der Eintritt ist gegen Spende ebenfalls frei.

 

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Was zu feiern: 10 Jahre Creative Commons

Puh, also ich weiß gar nicht, was wäre, wenn es Creative Commons nicht gäbe. Nicht nur mit der Welt, die um so tolle Lizenzmodelle ärmer wären, nicht nur mit Wikipedia, die dann noch immer mit der Notlösung GNU FDL rumdoktern würde, sondern auch mit mir persönlich. Seit ich damals im Studium den Economist-Artikel über Lawrence Lessig und seine Lizenzen las, ist so irre viel passiert. 2006 schrieb ich meine Diplomarbeit über CC-Lizenzen in NGOs und lernte unglaublich viele tolle Leute kennen, die sich im für Freie Lizenzen und Freies Wissen und ein Freies Internet engagieren.

Neben den frühen Webmontagen in Berlin und Köln, den Netlag-Parties im RAW-Tempel, meinem ersten #23c3-Besuch, der Sache mit zeitgeisty.cc, der Free-Beer-Brauaktion und verschiedenen BarCamps war es vor allem die “5 Jahre Creative Commons”-Party in der c-base im Dezember 2007, die mich nachhaltig beindruckt und beeinflusst hat. Gerade habe ich den alten Blogbeitrag gefunden und die vielen Fotos angeschaut. Damals waren das noch größtenteils Unbekannte, mittlerweile sind viele Menschen auf den Fotos tatsächlich gute Freundinnen und Freunde oder zumindest Bekannte. Toll!

Und jetzt sind auf einmal fünf Jahre vergangen und es ist Zeit für die nächste Party mit Torte: Am 8. Dezember 2012 feiert Berlin 10 Jahre Creative Commons #cc10. Ausgerichtet wird die Feier von Creative Commons Deutschland, Sponsoren sind bisher Wikimedia Deutschland und ZEIT Online. Das erwartet uns im Goldneun (Ex-HBC) nahe Alexanderplatz:

Geplant ist, in verschiedenen Kurzvorträgen und Kurzinterviews aus unterschiedlichsten Disziplinen Erfolgsgeschichten bei der Nutzung von Creative Commons Lizenzen zu erzählen. Und die vergangenen zehn Jahren samt Entstehungsgeschichte zu reflektieren. Anschließend wird bei Creative Commons lizenzierter Musik getanzt und gequatscht. Beginn ist 20 Uhr. [...] Geplant ist, über einen Livestream in HD eine Teilnahme an die Veranstaltung auch Menschen außerhalb Berlins zu ermöglichen. Entstehende Videos der Kurzvorträge und Interviews sollen anschließend geschnitten und einzeln online gestellt werden. Als weitere Highlights planen wir eine große Torte und würden gerne auch Freigetränke unter den Gästen verteilen.

Hach, aufregend! Hier gibt’s noch ein FB-Event; soweit ich das sehe ist der Eintritt frei und ohne Anmeldung möglich. Spenden für Creative Commons Deutschland kann man sicherlich vor Ort, ansonsten steht hier, wohin ihr all euer Geld überweisen könnt.

(Und hier steht, was an CC noch verbesserungswürdig ist, bzw. welche der Lizenzmodelle nicht frei im Sinne von Freiheit sind.)

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Creative Commons veröffentlicht neues Tool zur Lizenzwahl

Endlich! Gestern hat Creative Commons ein neues Tool zum Auswählen der passenden Lizenz veröffentlicht. Neu ist dabei zum einen, dass der Auswahlprozess jetzt übersichtlich und bedienerinnenfreundlich auf einer Seite statt auf mehreren abläuft und Änderungen direkt (per Javascript, wenn mich nicht alles täuscht) angezeigt werden. Zum anderen sieht man bei Auswahl auf einen Blick, ob man sich für eine Freie Lizenz oder eine unfreie entschieden hat. So sieht das aus (noch unfertig, wie man am Sprachmischmasch sehen kann):

 

Wie Leonhard Dobusch drüben auf netzpolitik.org schon schreibt, ist dies wohl ein erster Schritt hin zur stärkeren Empfehlung von wirklich Freien Lizenzen (wie CC-BY und CC-BY-SA). Vor den restriktiveren Lizenzmodulen wie NonCommercial oder NonDerivatives wird zwar noch nicht in ausreichendem Maße gewarnt, aber immerhin gibt es jetzt einen deutlichen Hinweis auf deren Unfreiheit. Schön!

Kurze Hintergrundinfo dazu, was eigentlich das Problem ist: Creative Commons schreibt sich auf die Fahnen, freie Lizenzen anzubieten und zu fördern. Das tun sie auch, nur sind eben nicht alle Lizenzbausteine im Baukasten frei. Der Baustein NonCommercial verbietet jegliche kommerzielle Nutzung des Werkes, NoDerivates schließt jegliche Weiterbearbeitung aus. Meinem Verständnis nach schränken diese beiden Bausteine die Freiheiten des (Weiter-)Nutzenden massiv ein und verhindern so sehr, sehr viele sinnvolle und wunderbare Weiternutzungsmöglichkeiten. Wer tiefer ins Thema einsteigen möchte, der empfehle ich die Lektüre der Wikimedia-Broschüren zu Freien Lizenzen (PDF) und zu den Risiken und Nebenwirkungen von NC-Lizenzen (PDF). Ein paar Informationen zu den NC-Überlegungen von Creative Commons selber in zwei alten Blogbeiträgen zum CC-Summit in Warschau von Leonhard und mir.

Update: Jetzt auch am Blog von Creative Commons: New Creative Commons License Chooser.

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Creative Commons Global Summit 2011

Cross-Posting von drüben.

Ich war vom 16.-18. September in Warschau beim Creative Commons Global Summit. Diese Konferenz ist quasi die Wikimania der Creative-Commons-Bewegung. Die Frauen-, Juristen- und Businessquote unter den 300 Teilnehmern waren allerdings bedeutend höher als bei den Treffen der Wikimedianer oder anderen Konferenzen zu Internetthemen.




Meine Motivation, zum Summit zu fahren, ergab sich zum einen aus meiner Tätigkeit bei Wikimedia Deutschland und dem Interesse an globalen Communities zum Thema Freies Wissen. Zum anderen habe ich 2006 meine Diplomarbeit zu Creative Commons in NGOs geschrieben, dazu viele Vorträge gehalten und versucht, andere Leute mit meiner Begeisterung für freie Lizenzen anzustecken. Die Reise nach Warschau hat sich in jedem Fall gelohnt und ich konnte mir einen guten Überblick über die aktuellen CC-Themen und -Personen verschaffen.

Version 4.0

Ein Highlight war die neue Lizenzversion 4.0: Diese Version wird zur Zeit gemeinschaftlich von dem CC Headquarter (der Organisation in den USA) mit den Affiliates (den Zuständigen für Community und Recht je Land), entworfen und diskutiert. Nutzer der CC-Lizenzen sind ebenfalls aufgerufen, sich zu beteiligen.

Spannend war für mich, dass darüber nachgedacht wird, die Portierung der Lizenzen ab Version 4.0 aufzugeben. Bisher wird die Ursprungslizenz für jedes Land übersetzt und an die jeweilige Rechtssprechung angepasst, nun soll es nur noch einen internationalen Vertrag je Lizenzvariante geben. Dieser soll in einfacher Sprache klar und deutlich aufzeigen, was die Lizenz erlaubt und was nicht. Ob dies allerdings juristisch und operativ machbar und der Text dann wirklich universal rechtssicher ist, muss noch geprüft werden. Dabei bliebe dann allerdings auch ein wichtiger Teil der kollaborativen, vernetzenden Lokalisierungsarbeit in den Ländern auf der Strecke.

Toll war auch der Vortrag von Mike Linksvayer, der ein paar provokative Thesen vorgestellt hat, den Non-Commercial-Bestandteil (NC) ab Version 4.0 gänzlich aus dem Lizenzbaukasten auszunehmen bzw. auszublenden oder NC komplett von Creative Commons zu trennen. Die Diskussion über den Sinn und Unsinn von NC ist ja nicht neu und betrifft uns insofern, als dass dieser Lizenzbestandteil (genau wie ND-keine Bearbeitung) nach unserer Definition eben NICHT frei ist.

Gerichtliche Durchsetzbarkeit der Lizenzen

Zweites größeres Thema war die gerichtliche Durchsetzbarkeit, also die Frage, ob die Lizenzverträge vor Gericht Bestand haben. Als Beispiel diente hier der aktuelle Fall aus Deutschland, bei dem ein Foto von Thilo Sarazin aus der Wikipedia durch eine rechtsextreme Partei verwendet wurde, ohne die Lizenzbedingungen einzuhalten. Die Lizenz wurde vom Landgericht Berlin bestätigt, und diese nicht-konforme Nutzung wurde verboten. Das ist übrigens der erste Fall in Deutschland, wo die Lizenzen von einem Gericht bestätigt wurden.

Back to the roots

Bei all den verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten, Herausforderungen und juristischen Diskussionen muss man sich doch des öfteren nochmal auf die Wurzeln der Lizenzen besinnen: Creative Commons sind keine Alternative zum Urheberrecht, sondern eine Lösung auf dem Weg zur Reform diese Rechtes, welches noch aus einer rein analogen Vergangenheit stammt. CC ist eher ein Plugin, das flexiblen Umgang mit dem Urheberrecht erlaubt, um eigenen Werken Freiheiten mitzugeben (und diese von Anfang an mitzudenken). Das war unter anderem auch Tenor in der – wie gewohnt – beeindruckenden Keynote von Lawrence Lessig. Ziel der Commons-Bewegung ist eben auch, die Remix-Kultur zu achten und zu fördern, damit wir nicht in eine Zukunft schlittern, in der Kinder, die „Sachen im Internet machen“, wie Terroristen behandelt werden.

Die globale Bewegung

Einzelne Vorträge beschäftigen sich auch mit der Rolle von CC in der globalen Commons-Bewegung. Es gibt viele Überschneidungen und Synergien, die aber längst nicht ausgeschöpft werden. Hier sehe ich große Parallelen zur Wikimedia-Bewegung und wünsche mir noch mehr Kollaborationen mit anderen Organisationen in der wunderbaren Welt des Freies Wissens, Freier Kultur, Freier Software.

Creative Commons steht indes vor der Herausforderung, klar zu definieren, wer überhaupt deren Community ist. Anders als bei den Wikimedia-Projekte, fehlt hier die eine Plattform bzw. ein Kanal zum Austausch mit allen Beteiligten. Wer gehört zur Community? Jede, die ihr Werk unter CC veröffentlicht? „Nur“ die CC Affiliates? Juristen, Künstlerinnen, Geschäftsleute? Der Summit war eine tolle Gelegenheit, CC-Aktivistinnen und Aktivisten aus aller Welt und mit den unterschiedlichsten Hintergründen zu versammeln und die Stimmung einzufangen. Ich find’s prima, dass ich dabei sein konnte!

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Hier gibt es nichts zu editieren.

Bei der Wikipedia-Buchpräsentation hat Khesrau Behroz diesen wunderbaren Text zum Besten gegeben. Wikimedia Deutschland hat ihn nun noch mal vor die Kamera gezerrt und um Wiederholung gebeten.

Nichts zu editieren from Wikimedia Deutschland on Vimeo.

Nichts zu editieren (Khesrau Behroz, CC-BY-SA)

Sie dürfen diese Arbeit missbilligen.
Sie dürfen sie verachten, sie dürfen sich angeekelt fühlen.
Scheuen Sie sich nicht und kritisieren Sie.
Toben und tosen Sie, hauen Sie mit der Faust auf den Tisch,
schmeißen Sie ihn meinetwegen um.
Weisen Sie auf Ihre schwere Vergangenheit hin, denken Sie darüber nach,
welche Verbrechen in Ihrem Land ausgeübt worden sind, aber seien Sie großzügig.
Unter einer Million Toten brauchen Sie gar nicht erst anzufangen.
Spucken Sie beim Sprechen, das verleiht Ihrer Missbilligung einen ganz besonderen Akzent,
sagen Sie Ihrem Gegenüber ruhig, in welchen suboptimalen familiären und sozialen Verhältnissen er oder sie doch aufgewachsen ist,
denn – in der Tat – es muss ja so, es kann ja nicht!

Seien Sie wie Kerner, distanzieren Sie sich sogleich von Ihrer Maßlosigkeit,
schließlich sagen Sie ja nur, Sie meinen ja nicht.

Fluchen Sie, ja, fluchen Sie, wozu haben Sie denn diese Stimme?
Stellen Sie sich trotzig in den Raum und zeigen Sie auf den Urheber – mit dem nackten Finger! –
Schändung!, schreien Sie ruhig “Schändung”, es ist ein außerordentlich kluges Wort –
vergessen Sie nicht, vergessen Sie nicht, dabei ein- und wieder auszuatmen,
Sie wollen es tunlichst vermeiden, dass Ihnen ausgerechnet dann der Atem stockt,
wenn Sie parieren müssen.
[...]

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