Mein G8-Verfahren in Rostock
von am 09. September 2009 um 13:56 Uhr
Nächste Woche Montag, am 14.09.2009 um 9:30 Uhr, findet meine Verhandlung vor dem Landgericht in Rostock statt.
Einige von euch wussten bereits von dieser Angelegenheit, für andere mag das alles noch neu sein. Ich hatte mich damals zunächst dafür entschieden, den Fall nicht öffentlich zu machen und nur mit einem kleineren Kreis von Menschen zu besprechen. Aufgrund der Brisanz des Themas möchte ich nun aber doch mehr Leute einweihen und raus damit an die Öffentlichkeit gehen. Solange das Verfahren läuft, werde ich auf Details zu den Tatvorwürfen nicht weiter eingehen und auch versuchen, mich möglichst emotionslos über den Fall zu äußern.
Die Fakten in Kürze
Mir wird vorgeworfen, bei der Demonstration gegen den G8-Gipfel am 02.06.2007 im Rostocker Stadthafen einen Stein auf Polizisten geworfen, massiven Widerstand bei meiner Verhaftung geleistet und gegen das Versammlungsgesetz verstoßen zu haben.
Vor dem Amtsgericht Rostock fanden im Januar und Februar 2008 insgesamt 4 Verhandlungstage statt. Dort wurde ich wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung, Verstoß gegen das Versammlungsgesetz und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte zu 7 Monate und 2 Wochen auf 2 Jahre Bewährung verurteilt, außerdem zur Zahlung von 1.000 Euro an eine Einrichtung in Rostock. Natürlich muss ich die gesamten Kosten des Verfahrens übernehmen.
Meine Anwältin hat gegen dieses Urteil Berufung eingelegt, und am 14.09.2009 um 9:30 Uhr wird die Sache nun erneut in Rostock verhandelt, diesmal vor dem Landgericht, August-Bebel-Straße 15-20, Saal 006. Die Verhandlung ist öffentlich!
Gegen meine beiden Entlastungszeugen, die zum Zeitpunkt der angeblichen Tat permanent in meiner Nähe waren, wurde zwischenzeitlich ebenfalls ein Verfahren eröffnet: Ihnen werden Falschaussagen vor Gericht vorgeworfen.
Eine kleine Chronologie
Demonstration & Festnahme
Am 02.06.2007 nahm ich an der Demonstration gegen den G8-Gipfel in Rostock teil. Abends wurde ich im Stadthafen von einer Gruppe Polizisten überwältigt und festgenommen. Der Grund der Verhandlung entschloss sich mir erst aus dem Begleitschein, der mir bei der Einlieferung in die Gefangenensammelstelle vorgelegt wurde. Die Vorwürfe: Steinwürfe gegen Polizeibeamte, Vermummung und Widerstand bei der Verhaftung.
Von der GeSa nahm ich direkt Kontakt zum Ermittlungsausschuss und meiner Anwältin auf. Die Nacht verbrachte ich in Einzelhaft in einem „Käfig“. Morgens wurde ich einem Beamten vorgeführt und nach der erkennungsdienstlichen Behandlung in die Freiheit verabschiedet.
Anklage & Vorladung
Die Anklageschrift erreichte mich im September 2007. Dieser entnahm ich die genauen Tatvorwürfe – Landfriedensbruch, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Verstoß gegen das Versammlungsgesetz. Im Dezember bekam ich die Ladung zur Hauptverhandlung am 07.01.2008 in Rostock. Ich konnte zwei Zeugen benennen, die während des ganzen Tages und vor allem auch in der Zeit der angeblichen Tat permanent an meiner Seite waren.
Im Vorlauf der Verhandlung habe ich versucht, weitere Zeugen zu finden, dazu unter anderem einen (anonymen) Aufruf auf netzpolitik.org gestartet, viel recherchiert, FotografInnen, Videomenschen und andere AktivistInnen sowie die Rote Hilfe kontaktiert.
Verhandlung in Rostock, Januar/Februar 2008
Insgesamt erstreckte sich das Verfahren auf 4 Verhandlungstage. Dem Richter reichten die Aussagen der Polizisten als Beweis meiner Schuld. Meinen Entlastungszeugen wurde nicht geglaubt. Der ursprüngliche Vorwurf des Landfriedensbruches wurde auf gefährliche Körperverletzung „herabgestuft“. Das Urteil bedeutet für mich eine eingetragene Vorstrafe und sehr hohe Kosten.
Berufung
Wir entschlossen uns, das Urteil so nicht zu akzeptieren und Berufung einzulegen.
Ende letzten Jahres wurden Verfahren gegen meine beiden Entlastungszeugen eröffnet. Die Staatsanwaltschaft wertet ihr Bezeugen meiner Unschuld als Falschaussagen. Das Strafmaß für eine „Falsche uneidliche Aussage“ liegt bei einer Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren.
Landgericht Rostock, 14.09.2009
Am kommenden Montag wird mein Fall vor dem Landgericht Rostock verhandelt. Ich freue mich über jegliche Unterstützung! Am meisten über persönlichen Beistand vor Ort in Rostock, gerne auch über Mobilisierung anderer UnterstützerInnen oder über Öffentlichkeit und Aufklärung über meinen Fall. Leider sind die Ereignisse um den G8-Gipfel aus dem Jahr 2007 nicht mehr sehr präsent in den Köpfen der Menschen und den Artikeln der Medien, so dass es schwierig werden könnte, Aufmerksamkeit zu erlangen.
Unterstützung
Die Gerichtskosten, die Kosten für Anwälte, Anreise der Zeugen etc. werden – auch aufgrund der vielen Verhandlungstage – mehrere tausend Euro betragen. Falls ich erneut schuldig gesprochen werde, bedeutet das neben der Vorstrafe auch noch eine sehr hohe finanzielle Belastung. Je nach Ausgang des Verfahrens wird es einen entsprechenden Unterstützungsaufruf und/oder eine Soliparty geben.
Unterstützungangebote oder Presseanfragen nehme ich gerne unter nicole [ätt] antischokke.de entgegen.




















n¦tropie (ntropie) 's status on Wednesday, 09-Sep-09 12:18:43 UTC - Identi.ca am 09. Sep. 2009 um 14:18
[...] mein g8-verfahren in rostock: http://www.antischokke.de/2009/09/09/mein-g8-verfahren-in-rostock/ [...]
Berufung wegen G8-Verurteilung : netzpolitik.org am 09. Sep. 2009 um 14:23
[...] die ganze Story nochmal aufgeschrieben, weil nächste Woche die Berufung startet. Aber lest die ganze Stoty bei Antischokke.de und unterstützt sie: Mir wird vorgeworfen, bei der Demonstration gegen den G8-Gipfel am 02.06.2007 im Rostocker [...]
Tweets that mention antischokke » Mein G8-Verfahren in Rostock -- Topsy.com am 09. Sep. 2009 um 14:33
[...] This post was mentioned on Twitter by Jan Michael Ihl and Absolut Friedenau. Jan Michael Ihl said: Was Nicole alias @antischokke widerfährt, ist einfach unfassbar: http://bit.ly/PbVY4 Lesen! [...]
Oliver Berger am 09. Sep. 2009 um 14:35
Hej Nicole,
auch auf die Gefahr hin, dass allein ein einfacher Kommentar mich ins Visier von sog. Staatsschützern bringt, möchte ich meine Bestürzung über die ungeheuerlichen Vorwürfe dir gegenüber und das Verfahren wie du es hier darstellst (und es mit Sicherheit auch stattgefunden hat) äußern und dir meinen Zuspruch und meine Unterstützung zusichern.
So ich kann werde ich auch gerne nach Rostock anreisen (bitte gib noch einmal den genauen Ort und den Zeitpunkt der Verhandlung bekannt) und zumindest durch meine Anwesenheit dir hoffentlich eine moralische Stütze sein.
Warum ich das alles tun möchte, mag sich jetzt mancher fragen? Die Gründe sind vielfältig. Haben mit meiner politischen Einstellung, meinem Verständnis von Wahrheit und Gerechtigkeit und anderen privaten Gründen zu tun.
In jedem Fall kann ich nur jeden bitten, Menschen wie Nicole, die unverschuldet einer Straftat in so einem Umfang beschuldigt werden, jede erdenkliche Unterstützung zukommen zu lassen.
Viel Erfolg!
Oliver
wolfgang s. am 09. Sep. 2009 um 14:36
Solche Gefährder wie dich sollte man sofort aus unserm Land werfen!
Stefan am 09. Sep. 2009 um 14:38
Nicole, an Deiner Stelle würde ich schnell ein ordentliches Impressum und nicht so ein Geschwafel einstellen, sonst kommt zu der Verurteilung schnell noch ein Bußgeld hinzu.
@Oliver über die Schuldfrage entscheiden die Gerichte.
Regine Heidorn (rehe) 's status on Wednesday, 09-Sep-09 12:38:31 UTC - Identi.ca am 09. Sep. 2009 um 14:38
[...] http://www.antischokke.de/2009/09/09/mein-g8-verfahren-in-rostock/ a few seconds ago from web [...]
Michael Wenzl (micha) 's status on Wednesday, 09-Sep-09 12:48:55 UTC - Identi.ca am 09. Sep. 2009 um 14:48
[...] http://www.antischokke.de/2009/09/09/mein-g8-verfahren-in-rostock/ a few seconds ago from Gwibber [...]
nicole am 09. Sep. 2009 um 14:52
@Oliver
Herzlichen Dank! Termin und Zeit stehen oben, hier zur Sicherheit nochmal:
14.09.2009 um 9:30 Uhr
Landgericht Rostock
August-Bebel-Straße 15-20
Saal 006
@wolfgang s.
Danke gleichfalls.
@Stefan
done
bernhardr75 am 09. Sep. 2009 um 14:53
hey!
wünsch dir alles gute zu deinem berufungsverfahren. halte dir die daumen.
lg, bernhard.
Diana von Webel am 09. Sep. 2009 um 15:02
Liebe Nicole,
auch von mir wenigstens auf diesem Wege eine Solidaritätsbekundung, da ich am Montag leider nicht in Rostock sein kann. Ich drücke Dir fest die Daumen, dass das ursprüngliche Urteil revidiert wird.
Mein erster Impuls, als ich las, dass Du eine “Steineschmeißerin” sein sollst, war trotz des Ernsts der Lage tatsächlich ein LOL. Ich habe eine wirklich gute Vorstellungskraft, aber dieser Vorwurf übersteigt sie nun wirklich!
Falls es – was ich weder hoffe noch erwarte – doch zu einem erneuten Schuldspruch kommen sollte, helfe ich gern bei Unterstützungs- und Spendenaktionen.
Alles Gute wünscht Dir
Diana
Mark am 09. Sep. 2009 um 15:10
@ Nicole und Stefan: Es ist umstritten, ob bei einfachen Blogs ein Impressum Plicht ist. Insofern würde ich da erst näher recherchieren, ob das nötig ist.
Jetzt G8’s in die Berufung at alltagskakophonie am 09. Sep. 2009 um 15:10
[...] Anfang des letzten Jahres hatte ich schon einmal darauf verwiesen. Damals wurden Zeugen für einen Vorfall gesucht, der sich am 2. Juni 2007 bei der G8-Demo in Rostock zugetragen hatte. Nun hat sich antischokke in Absprache mit Ihrer Anwältin dazu entschieden den Fall öffentlich zu machen. [...]
Stefan am 09. Sep. 2009 um 15:15
@Mark mache ich schon seit einer Weile im Rahmen meiner Diplomarbeit…
kcu / Berlin (kcu) 's status on Wednesday, 09-Sep-09 13:16:15 UTC - Identi.ca am 09. Sep. 2009 um 15:16
[...] Meine Daumen für @antischokke http://www.antischokke.de/2009/09/09/mein-g8-verfahren-in-rostock/ [...]
Tuttle am 09. Sep. 2009 um 15:17
Viel Erfolg und Glück am Montag!
kcu am 09. Sep. 2009 um 15:22
Auch ich konnte mir damals und kann mir heute immer noch nicht vorstellen. Ich finde es verdammt schade, dass der Schilderung der Polizisten die ja bestenfalls noch als ambivalent charakterisiert werden kann, vor Gericht so viel Bestand hatte. Ich drücke deshalb für die Berufung alle Daumen und großen Zehen!
Svea Rassmus am 09. Sep. 2009 um 15:27
Liebe Nicole,
meine uneingeschränkte Solidarität für dich & deine Berufungsverhandlung. Leider kann ich am Montag nicht in Rostock sein, aber in Gedanken bin ich dabei und stärke dir den Rücken.
An dieser Stelle schließe ich mich Diana an und helfe gern bei Unterstützungs- und Spendenaktionen jedweder Art.
Alles Liebe und Gute für die Verhandlung, Svea.
Klaus am 09. Sep. 2009 um 15:37
Liebe Nicole,
ich hoffe inständig, dass es beim kommenden Verfahren gerechter zugeht!
Solidarische Grüße
Klaus
Jan am 09. Sep. 2009 um 15:37
Auch von mir viel Glück aus der Ferne. Ich werde nicht nach Rostock anreisen können, aber wünsche Dir auf diesem Wege alles Gute für die Verhandlung!
Der Jan
Marc am 09. Sep. 2009 um 15:48
Hallo Nicole,
viel Glück und Erfolg bei der Sache. Und bedenk immer: Polizisten haben täglich mit solchen Situationen zu tun und werden täglich mit immer neuen Gesichtern konfrontiert, die angeblich Widerstand gegen sie leisten. Sie können sich faktisch nicht daran erinnern, ob sie jemanden schon einmal gesehen haben, wann das war, in welchem Zusammenhang etc…
Gesichter verwischen und verblassen in der Erinnerung, und manche Erinnerung wird neu gemischt und nachträglich gemacht, auch durch Aussagen Dritter, durch Verbindung und Vermischung mit anderen Ereignissen, aber auch dadurch, dass man selbst gerne etwas anderes glauben will.
Polizisten berufen sich in solchen Situationen gerne auf Ihr Protokoll, das sie zum Tatzeitpunkt oder kurz danach über die Tat gefertigt haben. Dies, zusammen mit der “erkennungsdienstlichen Maßnahme”, kann dann für das Gericht eine ausreichende Gedächtnisstütze sein, auf die sich die Polizisten berufen dürfen, auch wenn von ihrer eigentlichen Erinnerung an den Vorfall nichts mehr vorhanden ist. Das ist für eine strafrechtliche Verurteilung nicht ausreichend, denn hier gilt der Grundsatz der Mündlichkeit: Der Zeuge selbst muss aussagen, sein “Protokoll” kann höchstens eine Erinnerungshilfe sein, aber er muss noch eine eigene Erinnerung haben. Fehlt es hieran, ist seine Aussagen auch nichts wert. Mit anderen worten, das Protokoll der Polizei von seinerzeit reicht als Grundlage für eine Verurteilung nicht aus.
Es wird also darauf ankommen, dass Du an zwei Stellen punktest:
1. Du musst nachweisen, dass die Polizisten an den Vorfall heute, anderthalb Jahre später, keinerlei echte und eigene Erinnerung mehr haben. Sie werden zwar grob noch wissen, wo sie waren, wie es in Heiligendamm aussah, und wann ihr Einsatz war, aber es ist unwahrscheinlich, dass sie sich an die Szene erinnern, bei der Du einen Stein geworfen hast.
Frag also, woran sie Dich erkannt haben, was Du damals anhattest (wenn sich dies nicht aus den Fotos ergibt), wie viele Steinewerfer es zu dieser Zeit gab, wie viele Gesichter sie gesehen haben in jenen Tagen, mit wie vielen Demonstranten jeder dieser beiden Polizisten (getrennt befragen!) im Verlauf der beiden Tage konfrontiert worden ist, wie weit die Polizisten entfernt waren, als die Steine geworfen wurden, wer neben Dir war, vor Dir, hinter Dir, was Du vor dem Steinewerfen getan hast, nach dem Steinewerfen. Wichtig ist: Wer Erinnerung hat, erinnert sich nicht nur an den Vorfall selbst, sondern auch an die Vor- und Nachgeschichte. Wenn Du es schaffst darzulegen, dass die Polizisten offenbar nur eine selbst gebastelte Erinnerung an einen Vorfall haben, von dem sie weder Vor-, noch Nachgeschichte kennen, kann man davon ausgehen, dass sie keine Erinnerung haben.
2. Wenn es dann an die “gestützte” Erinnerung geht, versuch die dort niedergelegten Fakten zu erschüttern. Such nach Widersprüchen und Lücken, nach falschen Schlüssen, such vor allem nach Punkten, die belegen, dass es mehr als nur gut möglich ist, dass die Polizisten angesichts der vielen Demonstranten gar kein genügend konkretes Bild von den Steinewerfern haben konnten, um sie Stunden später noch zu identifizieren.
Und noch eines: Die Strafverfolgung Deiner zwei Zeugen aufgrund der bloßen Aussage zweier Polizisten hat schon etwas von Unrechtsstaat und Wilkür. Wenn die zwei Polizisten etwas anderes sagen als die zwei Zeugen, dann ist Deine Schuld eben nicht mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit bewiesen.
Wenn jetzt die Aussage der Freunde einfach nicht gewertet wird und sie ggf. sogar – allein aufgrund der Aussage der Polizisten – wegen falscher uneidlicher Falschaussagen belangt werden, dann haben wir alle Elemente eines geschlossenen Unrechtssystems: Wer der Aussage von Polizisten widerspricht, wird selbst verfolgt, und dessen Aussage wird vor Gericht nicht verwertet. Das ist dann tatsächlich ein Fall für den BGH oder sogar das Bundesverfassungsgericht.
Nochmals: VIEL GLÜCK!!! Zeig es ihnen!
Klaus (miezhaus) 's status on Wednesday, 09-Sep-09 13:49:48 UTC - Identi.ca am 09. Sep. 2009 um 15:49
[...] RD @kcu: Meine Daumen für @antischokke http://www.antischokke.de/2009/09/09/mein-g8-verfahren-in-rostock/ [...]
Huck am 09. Sep. 2009 um 16:00
Alles gute und pro Gerechtigkeit.
Huck
horax am 09. Sep. 2009 um 16:09
Du hast meine Unterstützung. Ich drücke Dir die Daumen.
anachorete's status on Wednesday, 09-Sep-09 14:09:18 UTC - Identi.ca am 09. Sep. 2009 um 16:09
[...] http://www.antischokke.de/2009/09/09/mein-g8-verfahren-in-rostock/ a few seconds ago from twitterrific [...]
zeniscalm am 09. Sep. 2009 um 16:15
Liebe Nicole,
auch ich drücke Dir ganz fest die Daumen, denn ich glaube jeder der Dich “kennt” weiß was er von solchen Vorwürfen gegen Dich halten kann.
Aus dem Kopfschütteln komme ich gerade nicht wieder raus.
Ganz lieben Gruß!
Schoschie am 09. Sep. 2009 um 16:15
Ah, so funktioniert also unser Rechtssystem. Das ist ja interessant.
Seth am 09. Sep. 2009 um 16:21
Wieso sind die Polizisten glaubwürdiger als du und deine Zeugen? Oo
Haben die wenigstens den Stein noch?
MfG & gl
Seth
Oliver Berger am 09. Sep. 2009 um 16:26
Hallo nochmal,
ich habe die Kommentare (teils kopfschüttelnd) gelesen und möchte nur mitteilen, dass ein privates Blog und eine so ernste Sache wie diese hier Antworten auf die Angriffe auf Kommentatoren und Autorin nicht rechtfertigen.
Wer mag, kann sich bei Hans Kelsen “Was ist Gerechtigkeit?” weiterbilden.
Gernot am 09. Sep. 2009 um 16:29
Wow. Ich schliess mich den Leuten an, die sich das alles gar nicht vorstellen können. Ich kann ich glauben, dass du auf irgendjemanden Steine schmeisst, und drück dir in der Berufung die Daumen!
Dass das überhaupt geht, einen so heftigen Vorwurf so einseitig vorbringen zu können und damit durchzukommen. Unfassbar.
holadiho am 09. Sep. 2009 um 16:32
Oh Mann. Kann leider am Montag nicht in Rostock sein, aber Sie Dir
versichert dass viele viele Leute an den Empfangsgeräten und mit
Ihren Herzen da sein werden!
Und das wird auch so sein wenn es darum geht bei den Kosten zu
helfen.
Alles gute erstmal für Montag – eine Party könnte man doch in jedem Fall
ansetzen, oder? In Köln gibt es diese schöne Tradition der Nubbelverbrennung. Daraus könnte man
auch für den “Schuldfall” etwas machen…
Stefan am 09. Sep. 2009 um 16:33
@Oliver Berger verstehe nicht ganz, was Du meinst. Klar, die Spinner/Trolle kann man aussen vor lassen. Aber: Einer fremden Person gegenüber, die (erstinstanzlich) strafrechtlich verurteilt wurde, muss man doch nicht zwangsläufig unter Anwendung kruder Verfluchungen des “Unrechtssystems” uneingeschränkte Sympathie entgegen bringen. Das hat per se nichts mit “Angriffen” zu tun. Bitte erläutere doch mal, was Du genau meinst.
Oliver Berger am 09. Sep. 2009 um 16:37
@Stefan Klar, gib schreib mir an mail (AT) oliverberger.de und ich antworte gerne kommende Woche. Leider bist du so für mich nicht greifbar.
Dagger am 09. Sep. 2009 um 16:42
Irgendwie hat es mit Identi.ca nicht so geklappt.
Alles Gute und viel Erfolg bei dieser Sache. Gerade in Deutschland. Daumen und Hühneraugen gedrückt für Dich Verrückt das Ganze.!
boRp am 09. Sep. 2009 um 16:46
Hallo Nicole,
Das ist nicht weit von mir zuhause weg. Ich bin da und drücke dir die Daumen. Auf dass die Justiz dir Recht widerfahren lasse…
Stefan am 09. Sep. 2009 um 16:47
@Oliver ich will auch gar nicht “greifbar” sein, nur Deine Argumente würde ich gerne hören.
nicole am 09. Sep. 2009 um 16:48
Pauschal an dieser Stelle erstmal ganz herzlichen Dank für eure lieben Worte und eure Solidarität. Das gibt mir Kraft!
Auf Einzelheiten (auch der Verteidigung) werde ich wie gesagt wegen des laufenden Verfahrens hier noch nicht eingehen.
Danke!
nicole am 09. Sep. 2009 um 16:50
@stefan und @oliver ich wäre euch dankbar, wenn ihr euch – wie von Oliver vorgeschlagen – per Mail weiter unterhaltet.
wolfgang s. am 09. Sep. 2009 um 16:51
- Du begibst dich auf eine Demo, wissentlich der Gefahr, für Straftaten, die du dort begehen könntest, belangt zu werden.
- Du wirst für die (potentielle) Straftat belangt.
- Im Grunde ist es irrelevant, ob du oder jemand anders die Straftat begangen hast, hauptsache der Staat hat diese sanktioniert.
Stefan O. am 09. Sep. 2009 um 16:53
Ich drücke Dir alle mir zur Verfügung stehenden Daumen und schüttel jetzt erstmal weiter mit dem Kopf.
Julia am 09. Sep. 2009 um 16:57
Liebe Nicole,
auch ich werde am Montag alle zur Verfügung stehenden Daumen drücken, da ich leider nicht in Rostock dabei sein kann. Ich wünsche dir viel Erfolg für dein Berufungsverfahren.
Auch ich kann in Anbetracht der Vorwürfe gegen dich nur den Kopf schütteln.
Beste Grüße und Toi, toi, toi!
alles Unsinn…ich bin müde » Blog Archiv » Prozess wegen Ärger beim G8 Gipfel am 09. Sep. 2009 um 17:00
[...] geht nur darum, dass der Legislative klar ist, dass es eine aufmerksame Öffentlichkeit gibt. Und das sichergestellt wird, dass Nicole alle rechtsstaatlichen Mittel weiterhin erhalten wird und nicht – so wie es [...]
Dominik Ebber am 09. Sep. 2009 um 17:23
Halt durch Schwesterherz.
Flo am 09. Sep. 2009 um 17:41
Objektiv betrachtet weiß keiner der hier Kommentierenden, was an dem verhängnisvollen 2. Juni 2007 wirklich passiert ist.
Möglicherweise hast du den Stein ja wirklich geworfen und vielleicht hast du dabei sogar einen anderen Menschen verletzt.
-Nur mal so zum Nachdenken als Reaktion auf tendenziöse Kommentare-
Dimitri am 09. Sep. 2009 um 17:47
Viel Glück Nicole, ich drück dir die Daumen und hoffe, dass sich die Beweislage zu deinen Gunsten dreht!!!
Dirk am 09. Sep. 2009 um 18:16
@wolfgang s. Ja, lass uns die Sippenhaft wiedereinführen. Überhaupt, wer z.B. über die Reeperbahn läuft sollte wegen Prostitution verhaftet werden.
Alternativ wäre bei Steineschmeißen natürlich auch Handabhacken angebracht…
Über solceh Rechtsvorstellungen kann ich nur den Kopf schütteln…
wolfgang s. am 09. Sep. 2009 um 18:26
@Dirk:
Das wäre in der Tat ja mal ein Fortschritt für den Rechtsstaat. Aber leider ist in diesem Lande das Depenheuersche Bürgeropfer ja immernoch verpönt.
nicole am 09. Sep. 2009 um 18:31
don’t feed the trolls!
Paul Neuhaus am 09. Sep. 2009 um 18:36
Soweit möglich möchte ich dir meine Unterstützung übermitteln.
Auch wenn ich überhaupt nicht beurteilen kann, was an den Vorwürfen dran ist. Aufmerksamkeit hat so einer Angelegenheit noch nie geschadet. Allein deswegen sollte man das verbreiten.
Darüberhinaus kenn ich dich zwar nur äußerst flüchtig, aber kann mir nur schwer vorstellen, dass sich das so vorgetragen hat, wie dir vorgeworfen wird.
Deswegen: #daumendrück
boRp am 09. Sep. 2009 um 18:56
An alle Ironiefremden, die noch auf Wolfgang S(chäuble) eingehen: Er persifliert durch Überzeichnung eine Rechtsauffassung, die immer weiter um sich greift.
alles Unsinn…ich bin müde » Blog Archiv » Im Westen nichts Neues am 09. Sep. 2009 um 19:23
[...] die Diskussion hier wurde ich auf den hier aufmerksam gemacht. Wie man hier sieht, gibt es eine Menge Informationen [...]
Freiheit « H I E R am 09. Sep. 2009 um 19:34
[...] sogar ganz doll beschissene Arschlöcher! Ein Rechtsstaat schützt da oft nur unzureichend. Gerade versucht eine Freundin von mir sich vor Gericht gegen die Vorwürfe zu verteidigen, sie habe auf der Demo zum G8 Gipfel [...]
John Dean am 09. Sep. 2009 um 20:31
Ohne die Einzelheiten des Falles zu kennen: Unfassbar! Ich habe schon mehrfach erlebt, wie Polizeibeamte gewaltsame Rechtsbrüche unternahmen – und nie ist, trotz Anzeige, auch nur einem dieser Herren das Allergeringste passiert, nicht einmal ein Rüge.
Man muss diesen und damit verwandte Umstände in Rechnung stellen, man muss – ich meine auch als Richter – sorgsam berücksichtigen, dass viele Polizisten sich in einer Situation der juristischen Unangreifbarkeit wähnen und auch zu Falschaussagen vor Gericht sehr leichtfertig bereit sind. Das ist schlicht Erfahrungswissen: Viele Polizisten lügen vor Gericht.
Wenn in einer aufgeheizten Demo-Situation Steinwürfe geschehen, bin ich absolut damit einverstanden, dass zweifelsfrei Überführte angemessen bestraft werden. Nur hakt es hier (soweit ich es beurteilen kann) daran, dass die Überführung weder eindeutig ist, und auch daran, dass das Strafmaß deutlich unverhältnismäßig ist.
Ich finde es erstaunlich: Sie machen von allem und jeden bei solchen Demos Aufnahmen – und ein Gericht verlangt nicht etwa eine genaue Sichtung derartiger Aufnahmen, sondern vertraut auf Aussagen von Polizisten (die, wie wir Bürger nun leider wissen, vor Gericht gerne und bereitwillig lügen), bei gleichzeitiger Nichtberücksichtigung der Aussagen anderer Zeugen. Ich könnte als Polizist kaum mit großer Sicherheit einen einzelnen Steinewerfer identifieren. Man überlege einmal, wie eine solche Situation in der Wirklichkeit aussieht. Wenn der Polizeizeuge sich zutreffend die Farbe der Jacke merken kann, und auch in etwa die Richtung, aus der ein Wurf kam, dann ist das in einer solchen Situation schon viel – aber (ich sage: leider!) in der Regel deutlich zu wenig, um Steine werfende Missetäter präzis zu erkennen.
Die späte Verhaftung der Angeklagten wirkt aber (zumal keinerlei Videobeweise bei Gericht vorliegen), als ob sich die Polizei einfach jemanden rausgepickt haben, frei nach dem Motto: “Die könnte es wohl gewesen sein”. Ich erwarte eigentich, dass die Polizei, wenn sie schon eine Person eindeutig überführt hat (was in solchen Situationen gewöhnlich schwierig ist), dass diese die Verhaftung zügig vornimmt, nicht zuletzt auch deshalb, um Verwechselungen zu vermeiden.
Die schnell erfolgten Anzeigen gegen die beiden Zeugen der Angeklagten hinterlassen einen sehr fahlen Geschmack. Mit solchen Mitteln sollte ein Staat sehr sparsam sein, zumal dann, wenn er erkennbar wenig bis Null Interesse daran hat, Falschaussagen von Polizeibeamten zu sanktionieren. Hier gerät das juristische Kräftegleichgewicht vor Gericht aus den Fugen – und die Staatsanwaltschaften, die sich entsprechend verhalten, haben allen Grun dafür sich zu schämen, weil sie – bei weitem nicht nur bei linksextremen Demonstranten – das Vertrauen in den Rechtsstaat mit dieser Art des Vorgehens beschädigen.
Ich würde gerne nachvollziehen können, was gegen die Zeugen der Angeklagten spricht. Durchaus vorstellbar: In ihrer Not meinte die Angeklagte, dass sie anders nicht zu ihrem Recht kommt. Es gibt heutzutage eine breite Bereitschaft, vor Gericht zu lügen – nicht nur bei Polizisten.
Nur, so wie es hier geschildert ist, erfolgt die Anklage gegen die Entlastungszeugen nicht auf Basis deutlicher und nachvollziehbarer Belastungsmomente, sondern als Drohkulisse in einem Prozess, der aus dem Fugen geraten zu sein scheint.
Ich fürchte, die Verhandlung vor dem Landgericht wird noch lange nicht das Ende der Angelegenheit bedeuten. Mir wäre lieb, auch für den Rechtsfrieden, wenn die Verfahrensbeteiligten sich auf dem Landgericht auf einen humane Maßstäbe wahrenden Vergleich einigen könnten.
Und es ist tatsächlich so: Die Willigkeit des Staates, Falschaussagen von Polizeibeamten zu billigen bzw. nicht weiter zu prüfen und zu sanktionieren, löst sehr starke Zweifel bei mir aus, ob bei diesem Prozess irgendetwas Sinnvolles heraus kommen kann. Vom Gefühl würde ich mir zwar vorstellen können, dass die Angeklagte Mist gebaut hat, aber den vier Polizisten traue ich im Gerichtssaal nicht 30 Zentimeter weit über den Weg.
P.S.
Ich habe noch nie erlebt, dass Anzeigen von mir, die ich auf Polizeistationen vorgebracht habe, von der Polizei und Staatsanwaltschaften auch nur ansatzweise mit Eifer verfolgt worden wären. Auch erinnere ich mich an eine Dienstaufsichtsbeschwerde, mit sehr ernsten Hintergrund, die einfach nicht bearbeitet wurde. Insofern stimmt mich der Eifer, bei dem in diesem Fall von Staatsanwaltschaft/Polizei vorgegangen wird, eher kritisch. Es gibt bestimmte Bereich in unserem Rechtsstaat, wo dieser erkennbar nur wenig taugt.
Die Ecke, wo die Angeklagte angelangt ist, rechne ich dazu. Ich halte das für einen Fall von politischer Justiz, und würde mich sehr wundern – wenn es sich anders verhielte.
n¦tropie am 09. Sep. 2009 um 21:29
Im Zusammenhang mit den Polizistenaussagen auch sehr interessant:
25 Jahre später gesteht ein Polizist: Wir haben gelogen. Er und der Anwalt erinnern sich.
Piratenpartei Deutschland (piratenpartei) 's status on Wednesday, 09-Sep-09 20:25:39 UTC - Identi.ca am 09. Sep. 2009 um 22:25
[...] http://www.antischokke.de/2009/09/09/mein-g8-verfahren-in-rostock/ a few seconds ago from web [...]
Thomas am 09. Sep. 2009 um 23:00
Im Zweifel für den Angeklagten, solange die Polizei nicht gegen dich aussagt? Das mit Deinen zwei Entlastungszeugen ist auch ein starkes Stück.
Du hast als Zeuge die Pflicht wahrheitsgemäß auszusagen, dann machst Du das und wirst dann wegen Falschaussage angezeigt. Verrückte Welt.
Ich kann zwar nicht zu Deiner Verhandlung kommen, wünsche Dir aber alles Gute und vorallem viel Glück.
LG Thomas
Kundendienst am 09. Sep. 2009 um 23:03
Hallo Nicole!
Ich wünsche dir viel, viel Glück und hoffe, dass es dir nicht so ergeht wie mir.
Also alles Gute am Montag. Ich drücke dir die Daumen!
LG Kundendienst
Nicole steht vor Gericht at franztoo am 09. Sep. 2009 um 23:05
[...] liebe Freundin Nicole steht am Montag den 14.09 in einer Berufungsverhandlung vor Gericht in Rostock. Vorgerworfen wird ihr, bei den G8 Protesten im Rostocker Stadthafen 2007 einen Stein auf [...]
tigger am 09. Sep. 2009 um 23:09
Hallo Nicole,
viel Erfolg bei dem anstehenden Prozess.
Leider ist der bisherige Verlauf deiner Verhandlungstage nicht überraschend. Es zieht sich wie ein roter Faden durch vergleichbare Fälle, bei denen die Aussagen der Polizei auf der einen Seite gegen Aussagen von ZeugInnen stehen – es wird eigentlich immer den PolizistInnen geglaubt, dies sei ja die unabhängige Staatsmacht und die lügt ja nicht. Selbst bei nachgewiesenen Fällen bleibt die Unantastbarkeit der Polizei bestehen, dies ist leider immer wieder festzustellen. Wenn was anderes nachgewiesen werden kann, wird das Verfahren dann eingestellt, damit sich die PolizistInnen nicht der Falschaussage schuldig machen und deswegen belangt werden können (so geschehen in Hannover nach einer SchülerInnendemo).
Das Vertrauen in den Rechtsstaat, sofern noch vorhanden, kann da nur weiter drunter leiden. Und was nach dem G8-Gipfel in Genua juristisch aufgearbeitet wurde ist ja auch eher eine Farce.
Den wohl Prominentesten Fall stellt wohl Gaby Gottwald, Bundestagsabgeordnete der Grünen, dar. Die TAZ hat einen interessanten Artikel dazu: http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/spaetes-gestaendnis-eines-polizisten/
Insofern bleibt wahrscheinlich wirklich nur Glück – auf den Rechtsstaat verlassen kann mensch sich leider nicht.
Marc Redmann (mrspuck) 's status on Wednesday, 09-Sep-09 21:50:11 UTC - Identi.ca am 09. Sep. 2009 um 23:49
[...] http://www.antischokke.de/2009/09/09/mein-g8-verfahren-in-rostock/ a few seconds ago from choqoK [...]
Shunter am 09. Sep. 2009 um 23:56
“Leider sind die Ereignisse um den G8-Gipfel aus dem Jahr 2007 nicht mehr sehr präsent in den Köpfen der Menschen”
In meinem Kopf sind die Ereignisse noch sehr präsent, denn ich wohne in dieser Stadt und nachdem sich die randalierende Horde verzogen hat, bliebt eine halb-zerstörte Innenstadt zurück. Von den abgebrandten Autos ganz zu schweigen. Aber das nur am Rande.
Ich will hier beileibe niemandem etwas unterstellen, aber eventuell sind es auch die Poilzisten, die die Wahrheit sagen und die Verurterilung ist berechtigt? Du wirst auf deinem Blog sicher nicht schreiben, dass du Steine geschmissen hast, wenn es so war. Wie gesagt, ich unterstelle nichts.
Und nachdem, was in Rostock so alles passiert ist, kann ich dem Gericht auch nicht verdenken, dass es mehreren Polizisten eher Glauben schenkt als ein paar Demonstranten.
Aber egal. Worauf ich hinaus will:
Nachdem, was ich hier gelesen habe, ist es grob folgendermaßen: Mehrere Polizisten sagen aus, dass sie dich beim Steine-Werfen beobachtet haben, mehrere Demonstranten sagen aus, dass das nicht der Fall ist. Und alle Welt regt sich darüber auf, dass das Gericht zu deinen Ungunsten entscheidet und deine Zeugen der Falschaussage bezichtigt, wozu sie einen Grund hätten, da sie dir eventuell helfen wollen. Was aber, wenn du den Prozess gewonnen hättest? Würde dann irgendjemand empört einen Blogeintrag verfassen und anprangern, dass mehrere Polizisten vom Gericht der Falschaussage bezichtigt werden, obwohl sie dazu nichtmal ansatzweise einen Grund hätten? Mit Sicherheit nicht, denn Polizisten sind ja allesamt Schweine, die nichts besseres zu tun haben, als Unschuldige hinter Gitter zu bringen.
Niemand ist frei von Fehlern, auch Polizisten nicht, aber es soll doch hin und wieder vorkommen, dass sie einfach mal die Wahrheit sagen.
In diesem Sinne hoffe ich, dass die Gerichtsverhandlung der Wahrheit Tribut zollt. Wie auch immer sie aussehen mag.
NerdyRoom™ » Von DatenGAUs und erweiterten Netzsperren am 10. Sep. 2009 um 00:08
[...] schwarzen Block Randalierers (siehe zum Beispiel hier oder hier). Weitergehende Infos gibts unter http://www.antischokke.de/2009/09/09/mein-g8-verfahren-in-rostock/. Jetzt hab ich Angst vor der Demo am Samstag – vielleicht sollte das Thema doch eher [...]
Köhler am 10. Sep. 2009 um 01:02
Hi,
wenn deine Geschichte stimmt, dann wünsch ich dir auf jedenfall alles gute.
Ich denke, dass deine geschichte sehr gut möglich ist und ich dir deswegen glaube.
In dem Fall steht wohl Aussage gegen Aussage, wenn es keine Videoaufnahmen gibt.
Das Gericht geht wohl davon aus, dass deine Zeugen voreingenommen sind, da sie ja Bekannte von dir sind.
Die meisten Polizisten versuchen nicht einfach einen Unschuldigen zu verurteilen, aber sind auch nur Menschen, bei solchen Massen an Leuten ist es nunmal schwer jemanden in der Masse direkt zu ergreifen und bis zur späteren Ergreifung entstehen mal Erinnerungslücken, schon nach Minuten. Das ist ganz Menschlich, doof wirds nur, wenn dann Richter und Polizisten meinen sie wären Unfehlbar.
Bleib einfach ruhig, sachlich, weise auf diese Dinge hin. Es wird wohl schwer um die komplette Strafe umherzukommen. Widerstand gegen die Staatsgewalt und zum Versammlungsgesetz wirst wohl verurteilt werden, denk ich mal. Aber wenn die dich wegen Vermummung anklagen, dann frag ich mich wie sie dich dann erkannt haben sollen, außer du warst bei der Verhaftung vermummt, dann siehts wohl schlecht aus für dich. Wichtig für dich wäre natürlich Videoaufnahmen der Demo zu bekommen, da es wohl die einigen Sicheren beweise sind. Frag mich sowieso wieso die Polizei da keine haben, da war doch nen riesiges Polizeiaufgebot und sgar Aufklärungstornados waren im Einsatz, versteh da nicht ganz wieso es da dann keine Bilder gibt.
Günther Merkens am 10. Sep. 2009 um 07:49
Ich würde mir keine allzu grossen Hoffnungen machen, selbst dann nicht, wenn Du wirklich unschuldig bist. Die Justiz ist in Deutschland dermassen als Instanz der Gerechtigkeit anerkannt, dass deren Entscheidungen von vielen mit einer regelrechten Hörigkeit akzeptiert werden. Selber denken ist schon eine Gefahr. Ich wünsch Dir viel Glück am Montag,
Günther
Tim am 10. Sep. 2009 um 08:31
Wo ist jetzt der große Aufreger? Ich finds bezeichnend, dass der Autor keine Aussage zu seiner (Un)Schuld getroffen hat. Wenn man sich mit dem schwarzen Block assoziiert muss man doch damit rechnen auch als “Kollateralschaden” eingesackt zu werden. Randalieren hat wenig mit demonstrieren zu tun. Das ist höchstens eine Demonstration der eigenen Argumentenlosigkeit.
Mork(vomOrk) am 10. Sep. 2009 um 09:14
Unabhängig davon, ob Deine Darstellung korrekt ist, haqlte ich die ganze Sache für eine Behinderung der Demokratie. Wenn Bürger dieses Landes an einer Demonstration teilnehmen, dann ist das zum einen ein Grundpfeiler dieser Demokratie und darf nur in Extremfällen sanktioniert werden.
Ein Extremfall kann meines Erachtens auch ein Steinwurf sein. Es kann aber nicht sein, daß ohne nachvollziehbare Beweise (klar und deutlich erkennbare Videoaufzeichnung) eine Verurteilung ergeht. Darüber hinaus sollte der Staat seine Bürger schützen und ihnen in solchen Fällen kostenfrei einen fähigen Anwalt stellen. Denn auch die Verteidigungskosten sind ja bereits eine (präventive Verhinderung) Bestrafung.
Diese offensichtlich nicht vorhandenen Regelungen verhindern nachhaltig eine größere Beteiligung der Bürger an Demonstrationen und behindern somit den demokratischen Willensbildungsprozess, weil unsere Politiker nicht mehr mitbekommen, wieviele Leute gegen etwas sind.
Ich wünsche Dir viel Erfolg und hoffe, daß unser Staat, vertreten vom Gericht sich für mehr Demokratie entscheidet.
Heiko am 10. Sep. 2009 um 09:23
Wer sagt denn, dass die Polizei keine entsprechenden Videos und Bilder hat?! Die behaupten keine zu haben und das nennt die Polizei selber Schutzbehauptung.
Ich würde auch spenden, sollte es zu einer ungerechtfertigten Verurteilung kommen.
Peter am 10. Sep. 2009 um 09:30
Hey Nicole,
halt die Ohren steif! Das wird schon!
hoos Area » Blog Archiv » Präventivmaßnahme gegen Demonstranten am 10. Sep. 2009 um 10:08
[...] Wie man versucht Menschen mundtot zu machen, könnt Ihr in einem aktuellen Beitrag von Artischokke nachlesen –> klick [...]
n¦tropie am 10. Sep. 2009 um 10:48
@Tim Was du als “bezeichnend” bezeichnest, ist das rechtlich korrekte Verhalten in einem noch laufenden Verfahren.
Und wo steht etwas vom “schwarzen Block”?
Bochumer am 10. Sep. 2009 um 10:54
Hallo Nicole,
es tut mir leid, was du durchmachen musst und ich hoffe, das es sich für dich zum Guten wendet.
Auf solche trottel wie Wolfgang brauchste garnicht hören, das er nur einen Satz mit ner dummen NPD/DVU/REP Parole von sich kriegt, sagt eine Menge über ihn aus.
Leider finden die Verhandlungen in Rostock statt und Rostock ist bekanntlich die korrupteste Stadt in Deutschland!
Wir können nur hoffen, das die Leute vom Landgericht fair und nicht bestechlich sind.
Alles gute!
Peter am 10. Sep. 2009 um 11:07
Solidarität aus Berlin ist dir sicher, werde versuchen am Montag nach Rostock zu fahren! Frage: Wohnst du dort?
Beste Grüße und viel Erfolg!
Unschuldig verurteilt wegen Demoteilnahme bei G8 bei Metronaut.de - Big Berlin Bullshit Blog am 10. Sep. 2009 um 11:34
[...] der einen verzweifeln lässt. Der Fall von Nicola geht jetzt in die Berufung. Lest den ganzen Beitrag bei antischokke und unterstützt [...]
BK am 10. Sep. 2009 um 11:44
Ist doch erstaunlich. Beim Fußball werden jedes Wochenende willkürlich Leute von den Staatsdienern mit Srafen, Buß- und Ordnungsgeldern oder Prügel belegt und da interessiert sich keine Sau für.
Wenn aber beim G8-Gipfel exakt das Gleiche nur in einem größeren Maßstab passiert schreit ganz Deutschland ..
nicole am 10. Sep. 2009 um 11:49
@all (zumindest @dieallermeisten) nochmals herzlichen Dank, auch heute bin ich wieder überwältigt von den unterstützende Worten und den Hilfeangeboten.
@Peter nein, ich wohne nicht in Rostock.
Peter am 10. Sep. 2009 um 14:37
Wieso musst du dann dort vor Gericht? Weil die Polizei DORT dich “geschnappt” hat? Hmpf. Aber ich werd da sen und vlt. schaffe ich es noch, ein paar Handzettel in Berlin in dne entsprechenden Örtlichkeiten zu verteilen. Ansonsten: Halte durch bis Montag. ;)
Peter am 10. Sep. 2009 um 14:54
Achja: Man darf sich doch einfach reinsetzen, wa? In den Saal? Darf man auch zu spät kommen? Wie lange wird die Verhandlung ca. dauern?
nicole am 10. Sep. 2009 um 15:07
Ja, die Verhandlung ist öffentlich. Habs oben nochmal ergänzt. Solidarisches Publikum ist also herzlich willkommen.
Für zu-spät-Kommende wird sich sicherlich in Pausen oder parallel zum Einlass der Zeugen die Möglichkeit ergeben, den Saal noch zu betreten, auch wenn es mir natürlich lieber wäre, ihr wärt pünktlich da :)
Wie lange die Verhandlung dauern wird, kann ich nicht einschätzen, ich rechne mit ein paar Stunden.
Peter am 10. Sep. 2009 um 15:41
Mir wäre es auch am Liebsten, pünktlich zu kommen , haha.
Aber gut, danke soweit. Man sieht sich Montag. Bis dahin alles Gute und viel Durchhaltevermögen! Lass dich nicht unterkriegen!
m94.5-Netzticker #007: Netzneutralität « m94.5 Netzticker am 11. Sep. 2009 um 21:46
[...] antschokke-blog: Mein G8-Verfahren in Rostock [...]
Thomas am 12. Sep. 2009 um 15:04
Ich wünsche Dir Richter, die wirklich objektiv urteilen. Ich habe es während meiner Zeit bei der Staatsanwaltschaft erlebt, dass die Polizeibeamten einen Bonus bekamen. Das mag damit zusammenhängen, dass man von den Staatsanwälten im Referendariat eingetrichter bekommt, dass die Polizisten “für uns” ins Feuer springen und daher einen Vertrauensvorschuss haben sollten. Ich verneine das erstere nicht, aber gerade wer mit dem Feuer kämpft wird kaum Zeit haben auf alle Einzelheiten zu achten. Ich hoffe die Richter erinnern sich an die Justizschulungen, die uns damals gezeigt haben, wie unverlässlich das Gehirn ist und dass die schlechteste Beweisart ein Zeuge ist (“Liebe Kollegen, während sie das Video ansahen, ist Ihnen aufgefallen, dass darin ein Gorilla durchs Bild gegangen ist?” – “Waaaaas? Nie! Ich habe doch genau hingeguckt!” – “Ist aber” – “Echt?” – “Sehen Sie” – “Wow, der ist mir völlig entgangen, den hätt ich doch sehen müssen”).
Und ich muss zugeben, dass ich Deine Email zuerst glöscht habe, weil mein Hirn Dich und eine Anklage wegen Steinewerfens auf Beamte nicht in Verbindung bringen konnte und dachte das sei Spam.
Es wird gut gehen und ich komme gerne zu Deiner Spenden- und Freispruchparty!
Manfred am 12. Sep. 2009 um 20:55
Justiz und Polizei kennen kein Fehlverhalten in den eigenen Reihen. Sowas ist praktisch per Definition ausgeschlossen… Hier ein gut dokumentiertes Beispiel: http://www.tomsack.com/index2.html
Ich wünsche ich Dir einen objektiven und unpolitischen Richter ohne Mitläufer-Mentalität! Viel Glück!
moni am 13. Sep. 2009 um 11:36
liebe nikki,
in gedanken bei dir – wünsche ich dir ein verfahren das dich entlastet und ein gericht das dich endlich freispricht – dieser willkür ein ende setzt! viel erfolg und gute nerven!
moni
david neu am 13. Sep. 2009 um 14:29
hi nicole,
das ist ja mal krass …. mir fehlen die worte
viel erfolg morgen, ich kann zwar nicht nach rostock kommen werde aber im kopf bei dir sein.
viele grüße,
david
kreetrapper am 13. Sep. 2009 um 16:11
Liebe Nicole,
aus eigener Erfahrung weiß ich, wie schnell man bei einer Demo ohne eigenes Verschulden ins Visier der Polizei geraten kann (bei mir wurde das Verfahren damals zum Glück “wegen geringer Schuld” eingestellt). Wohnte ich in der Nähe, würde ich gern nach Rostock kommen, um Dir persönlichen Beistand zu leisten. Da das leider nicht geht, wünsche ich Dir auf diesem Wege alles Gute. Hoffentlich geht diese Verfahrensrunde an Dich.
viele Grüße,
Alex
n¦tropie (ntropie) 's status on Sunday, 13-Sep-09 21:03:08 UTC - Identi.ca am 13. Sep. 2009 um 23:02
[...] ab 9.30 uhr: verfahren gegen antischokke. http://www.antischokke.de/2009/09/09/mein-g8-verfahren-in-rostock/ [...]
n¦tropie (ntropie) 's status on Sunday, 13-Sep-09 21:04:10 UTC - Identi.ca am 13. Sep. 2009 um 23:03
[...] ab 9.30 uhr beim verfahren gegen @antischokke dabei. http://www.antischokke.de/2009/09/09/mein-g8-verfahren-in-rostock/ [...]
Matthias am 14. Sep. 2009 um 02:35
Hallo,
vermutlich wird es dich nicht überraschen, dass ich dir nicht hundertprozentig glauben kann. Wobei ich mir aber kein Urteil über die eigentliche Sache machen will und damit auch nicht sagen will, dass du lügst oder nur leicht flunkerst.
Was mich aber erschüttert, ist, dass Polizisten mehr Glauben geschenkt wird als anderen. Solang es keine eindeutigen Beweise gibt (in dem Fall wohl nur der Stein mit deinen Fingerabdrücken, oder ein Video von dir, in dem du den Stein wirfst) soll Aussage gegen Aussage gelten – ansonsten muss die Unschuldsvermutung gelten.
Sehe dies nicht als Angriff… ich bin aber immer sehr neutral, bevor ich nicht beide Seiten kenne.
Falls du die Wahrheit sagst, was ich hoffe, dann wünsch ich dir viel Glück und Erfolg nachher.
schäublemussweg am 14. Sep. 2009 um 06:56
“unschuldsvermutung”. lach. sowas gibts nur im film! hab vor 4 monaten auch 2000 € gezahlt für nichts. es gab keine zeugen, fingerabdrücke oder sonstwas. nur 3 polizisten, die keine andere erklärung gefunden haben als eine vollkommen durchgeknallte geschichte, die in jeder hinsicht unglaubwürdig und lächerlich ist. für die “richterin” war die sache trotzdem klar…
Polizistenspaß im Rechtsstaat » mein-parteibuch.com am 14. Sep. 2009 um 08:44
[...] aber wie soll das auch anders gehen? Es muss doch jedem klar sein, dass die ganze staatliche Ordnung in Deutschland auf dem simplen Prinzip beruht, dass die Staatsgewalt immer Recht [...]
tobstone am 14. Sep. 2009 um 10:55
Vielen Dank, dass du den Prozess öffentlich machst, sehr spannend, wünsche Dir ein gerechtes Urteil im Namen des Volkes und nicht im Namen des Staatsapparats der seine Organe gegen die Bürger schützt.
Timo am 14. Sep. 2009 um 11:04
Hallo Nicole
Da gibt es so viele Tatvorwürfe und jedesmal andere… Warum das?
Hat deine Anwältin denn wirklich gute Argumente? denn NUR darauf kommt es an!
2 Polizisten die dich vermummt erkannt haben und sich noch dran erinner wo und wie sie dich festgenommen haben? wieviele Leute haben die beiden den festgenommen? nur dich? dann würde ich denen glauben… ansonsten…
antischokke » G8-Verfahren wird gegen Bußgeld eingestellt am 14. Sep. 2009 um 18:51
[...] ganz kurz das Ergebnis des heutigen Verhandlungstages vor dem Landgericht Rostock (Mein G8-Verfahren in Rostock), morgen werde ich noch ausführlicher dazu [...]
antischokke » Kennzeichnungspflicht für Berliner Polizisten am 17. Sep. 2009 um 22:21
[...] wäre in meinem Fall auch ganz interessant [...]
Rostock - Blog - 09 Sep 2009 am 24. Sep. 2009 um 16:39
[...] antischokke » Mein G8-Verfahren in Rostock [...]
antischokke » Twittern im Gerichtssaal – The revolution will not be televised am 30. Okt. 2009 um 20:37
[...] ist auch die Rede von der Twitter-Live-Berichterstattung aus meiner Gerichtsverhandlung im G8-Verfahren: Am 14. 9. 2009 twitterten die Nutzer “sebaso“, “mspro” und [...]
annalist » Die Polizei und die Freiheit am 04. Dez. 2010 um 23:52
[...] selbst wenn die betreffenden Beamten bekannt sind und selbst wenn es ZeugInnen gibt, ist gut bei Antischokke nachzulesen. Da haben nämlich die ZeugInnen gleich noch ein Verfahren wegen Falschaussage vor [...]
Wulff konnte nichts dafür, wollte „zwischen Bürgern und Politik vermitteln“ « // NachrichtenPirat // am 09. Jan. 2012 um 13:08
[...] hatte an Demonstrationen gegen den G8-Gipfel in Heiligendamm 2007 teilgenommen.[4] Dass die Staatsmacht sie zu einem Empfang des Bundespräsidenten einlädt, um sie sich mal richtig [...]